Landespolizeidirektor Edelbert Kohler: „Pflanzen lassen wir uns nicht“

Mit Fingerspitzengefühl, aber auch Konsequenz will die Tiroler Polizei für die Einhaltung der verschiedenen Lockdown-Beschränkungen sorgen.

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© Thomas Böhm

Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Seit Mitternacht sind die Verordnungen des neuen Lockdowns in Kraft, seit Mitternacht kümmert sich die Polizei um deren Einhaltung: „Vor allem werden es die Ausgangssperren sein, deren Beachtung uns beschäftigen wird“, sagt Landespolizeidirektor Edelbert Kohler. Anders ausgedrückt: Wer zwischen 20 Uhr und sechs Uhr unterwegs ist, muss mit Kontrollen rechnen: „Unsere Beamten sind angewiesen, die Leute zu fragen, warum sie noch auf der Straße sind“, so Kohler weiter.

Edelbert Kohler
 (Landespolizeidirektor): „Unsere Beamten sind angewiesen, die Leute zu fragen, warum sie noch auf der Straße sind.“
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Wer mit einem der fünf erlaubten Gründe antwortet, muss mit weiteren Fragen rechnen. „Wir überprüfen auch, ob sich z. B. jemand tatsächlich um seine Großeltern gekümmert hat.“ Falls Zweifel bestehen, wird angezeigt: „Es ist Aufgabe der Gesundheitsbehörde zu entscheiden, ob eine Strafe ausgesprochen werden muss oder auch nicht.“ Die gute Nachricht: Erwachsene Kinder, Eltern und Lebenspartner dürfen einander auch nach 20 Uhr besuchen. Bedenken, wie denn das Zusammenleben auf Spielplätzen funktionieren soll, wenn sich nur sechs Personen plus sechs Kinder aus zwei Haushalten treffen dürfen, zerstreut das Sozialministerium: Nur ein organisiertes Zusammenkommen sei gemeint. Zufälliges Aufeinandertreffen von Kindern im Park sei nicht davon erfasst.

„Wir haben genug personelle Ressourcen“

Der Landespolizeichef verspricht, dass die Beamten wie schon beim ersten Lockdown auf Fingerspitzengefühl, Dialog und Gespräche setzen werden. Aber die Polizisten seien auch angehalten durchzugreifen, wenn die Maßnahmen nicht eingehalten werden. „Vor allem bei absichtlichem Zuwiderhandeln, Missachten der polizeilichen Anweisungen oder groben Verstößen wird die Polizei mit der notwendigen Konsequenz einschreiten und Anzeigen erstatten.“ Nachsatz: „Pflanzen lassen wir uns nicht.“ Kontrolliert wird aber nicht nur die Einhaltung der nächtlichen Ausgangssperre. Im Fokus steht auch die Einhaltung des Abstands, der Maskenpflicht und des Partyverbots.

Für die Bewältigung der neuen Aufgaben sieht Kohler keine Probleme: „Wir haben genug personelle Ressourcen.“ Zumal ja andere Bereiche der Polizeiarbeit eine geringere oder gar keine Rolle spielen werden. Als Beispiele nennt der Polizeichef nächtliche Verkehrs- und Alkoholkontrollen bzw. Gastronomieüberprüfungen. „Auch Einbrecher werden vermutlich zu Hause bleiben“, erklärt Kohler.


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