Audi Quattro: Am Boden kleben dank Technik

Seit 40 Jahren begeistert Audi mit dem Quattro-Allradantrieb, der sich millionenfach mit Sicherheit und Fahrspaß bewährt hat.

Ein Fest für die Sinne: Audi mit Quattro-Technologie.
© AUDI AG

Von Markus Höscheler

Ingolstadt, Innsbruck –Mit so viel Bodenhaftung könnte Audi verständlicherweise leicht abheben: Die Vier-Ringe-Marke bewirbt seit vier Jahrzehnten mit überwältigendem Erfolg ihren Quattro-Allradantrieb in diversen Serienfahrzeugen – fast elf Millionen Autos haben sich mit diesem System (in verschiedenen technologischen Spielarten) seit 1980 weltweit verkauft. Für die meisten Kunden war es offenbar sehr verlockend, eine wegweisende Technik zu kaufen, die ihnen ein hohes Maß an Fahrsicherheit, darüber hinaus sogar unerwartet hohen Fahrspaß garantiert.

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte mit dem 1980 auf dem Genfer Automobilsalon präsentierten Audi quattro, der eine neue Allradtechnik für die Großserie versprach: leicht, kompakt, relativ effizient und vor allem verspannungsarm (im Gegensatz zu den damals weitverbreiteten Systemen). Anfangs gab es das Fahrzeug mit einem manuell sperrbaren Mittendifferenzial, später folgte das selbstsperrende Mittendifferenzial mit einer grundlegenden Drehmomentverteilung von 50:50 (Vorderachse zu Hinterachse).

Nicht immer leicht berechenbar

Das war schon mal gut, aber noch nicht gut genug in den Augen der Audi-Ingenieure – denn das Fahrverhalten des Audi Quattro war nicht immer leicht berechenbar – und so entwickelten die Techniker das System weiter, entschieden sich später für eine heckbetonte Auslegung, die die Berechenbarkeit erhöhte – Tendenzen zur Übersteuerung konnten von Tendenzen zur Untersteuerung leichter unterschieden werden.

Auch dem Thema Verbrauch widmeten sich die Ingolstädter zunehmend – sie konstruieren schließlich Quattro Ultra, das den Allradantrieb nur nach Bedarf (geregelt über Sensoren und Steuergeräte) zuschaltete, ansonsten verbrauchsarm den Frontantrieb bevorzugt. Ein Fahrzeug mit Ultra-Technologie verbraucht laut Audi auf 100 Kilometern nur 0,2 Liter mehr Treibstoff als ein reiner Fronttriebler.

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Quattro 2.0.

Eine neue Herausforderung für Audi stellt die Umstellung auf alternative Antriebe dar. Hier kommen insbesondere die rein elektrisch funktionierenden e-tron-Fahrzeuge in Frage, die mit mehreren Elektromotoren angetrieben werden. Der Hersteller spricht konsequenterweise von Quattro 2.0. Beim Standard-e-tron zum Beispiel treibt ein E-Motor die Vorderachse an, ein zweiter die Hinterachse. Je nach Fahrsituation kann es sein, dass nur ein E-Motor in Betrieb ist, der zweite E-Motor nur dann zum Einsatz kommt, wenn Schlupf auftritt.

Etwas komplexer ist das System beim e-tron S, der mit drei Elektromotoren arbeitet. Hier ist ein Aggregat der Vorderachse zugeordnet, zwei Triebwerke versorgen getrennt die Hinterräder. Mit elektronischem Torque Vectoring kann aber radselektiv das Drehmomentniveau variiert werden, um beispielsweise eine hohe Kurvendynamik zu gewährleisten.


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