Nikolaus und Krampus bleiben in Tirol wohl im Home-Office

Die Covid-Notmaßnahmenverordnung des Bundes lässt einen Besuch derzeit nicht zu. Es bleibt die Hoffnung auf ein „Vorweihnachtswunder“.

Bilder wie dieses (Archivfoto in Schwaz) wird es heuer nicht geben.
© Stadtmarketing Schwaz

Innsbruck – Der Besuch des Nikolaus, er sorgt üblicherweise für große, strahlende Kinderaugen. Heuer könnten diese Augen aber da und dort voll mit Tränen sein. Denn der Nikolaus darf wegen der Corona-Krise und der Ausgangsbeschränkungen nicht zu den Kleinen kommen. So sagt es die aktuelle Rechtslage. Damit bleibt den Eltern nur die Suche nach einer entsprechenden Erklärung bzw. die Hoffnung auf eine kurzfristige Änderung seitens des Ministeriums.

Denn auch ein Spaziergang des Nikolaus durch den Ort, damit ihm die Kinder eventuell durch das Fenster zuwinken können, findet sich in den Ausnahmen zur Ausgangsbeschränkung streng genommen nicht. Der ist weder beruflicher Zweck noch Hilfeleistung für unterstützungsbedürftige Personen. Die rechtliche Information, die auf der Covid-Notmaßnahmenverordnung des Bundes beruht, stellte das Land gestern allen Gemeinden zu. Das ist die derzeit gültige Rechtslage. Ob sich die noch ändert, ist vorerst unklar.

Die Neos forderten gestern, dass es für den Nikolaus „keine Ausgangsbeschränkungen“ geben dürfe. Klubobmann Dominik Oberhofer fordert die Landesregierung deshalb auf, in Wien rasch tätig zu werden. Es müsse zumindest möglich sein, dass der Nikolaus kontaktlos an den Häusern vorbeizieht und die Geschenke vor der Tür hinterlässt. „Doch das muss rechtlich gedeckt sein“, sagt Oberhofer.

Um Kindern und Familien trotzdem die Möglichkeit zu geben, mit dem Nikolausfest in den Advent zu starten und an diesem Tag des Schutzpatrons der Kinder zu gedenken, haben die Katholische Jungschar, Diözesen und kirchlich getragene Kindergärten Tipps zur Nikolausfeier im engen Familienkreis herausgegeben. Diese Tipps reichen von Video-Botschaften über ein Nikolaus-Quiz bis hin zu Hörspielen. (TT, mw)

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Digitale teuflische Nächte

Umhausen – Mit rund 60 Aktiven (und rund weiteren 120 Mitgliedern) sind die Umhauser „Stuib’nfoll Tuifle“ einer der großen Krampusvereine im Oberland. Als solcher gestalten sie schon seit Jahren einen dreitägigen Veranstaltungsreigen: Von der „sagenhaften Nacht“ über die „wilde Nacht“ zum Höhepunkt „Der Nikolaus kommt“. Corona macht heuer freilich alles anders: „Wir müssen digital ausweichen“, sagt Obmann Hartwig Jordan, „aber wir wollen diese Tradition fortsetzen.“

So können sich die Freunde des sagenhaften und teuflischen Treibens am kommenden Freitag um 18 Uhr und am Samstag um 19 Uhr zur „sagenhaften“ bzw. „wilden“ Nacht einklinken. Über Facebook verlinkt werden die beiden Ereignisse nämlich über den YouTube-Kanal übertragen.

Es ist jedenfalls keine klassische Tuifl-Show als höllisches Spektakel, was hier am 27. und 28. November gezeigt wird. Vielmehr haben sich die „Stuib’nfoll Tuifle“ dazu entschlossen, aus der letztjährigen Veranstaltung etwas Besonderes zu machen: Der Erzähler blättert erst im Buch, erklärt den Unterschied von Märchen und Sagen und steigt dann in ein Bilderbuch der Geschichten rund um das „Stuib’n Nannele“ und die Engelswald ein und verknüpft damit die „Stuib’nfoll Tuifle“. Letztlich bleibt der heilige Nikolaus der Herr der Lage. „Das ist uns besonders wichtig – die Kinder sollten nicht Angst vor den Tuifln haben“, so Volkmar Frischmann, Schriftführer des Krampusvereins.

Schon in den vergangenen Jahren waren die Vorstellungen dieser Trilogie, die im Ambiente des Ötzidorfes beginnt, auf den Bischofsplatz wechselt und eigentlich im Umzug endet, eine stimmungsvolle Szenerie in Umhausen. Heuer kann das Publikum über den digitalen Kanal sogar größer werden. (pascal)


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