Vier zivile Opfer nach Anschlag in Wien - Ein Täter tot

Bei dem Anschlag am Montagabend in der Wiener Innenstadt sind vier Zivilpersonen und ein Täter Menschen ums Leben gekommen. Bei den Opfern handelt es sich um eine Frau und zwei Männer. Ein Attentäter, der mittlerweile identifiziert wurde, wurde im Zuge des Polizeieinsatzes erschossen. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) sprach bei einer Pressekonferenz Dienstagfrüh von einem „Anschlag von mindestens einem islamistischen Terroristen“.

Demnach war der Angreifer „Sympathisant der Terrormiliz IS“. Das Innenministerium bestätigte Dienstagfrüh mehrere Hausdurchsuchungen „im Umfeld des Täters“. Es seien mehrere Personen festgenommen worden, hieß es aus dem Innenministerium gegenüber der APA.

Ob der identifizierte IS-Sympathisant Komplizen hatte, ist dennoch weiter unklar. Wie der Sprecher des Innenministeriums, Harald Sörös, auf APA-Anfrage mitteilte, gehen die Behörden von maximal vier Tätern aus. Die Ermittlungen laufen „auf Hochtouren“, hieß es.

Die Anschlagsserie forderte auch zahlreiche Schwerverletzte. Einer davon ist ein beim Einsatz verletzter Polizist, dessen Zustand Dienstagfrüh als kritisch, aber stabil bezeichnet wurde. Unterdessen hat sich die Zahl der Verletzten erhöht. In den Wiener Krankenhäusern wurden 17 Menschen versorgt, von denen mindestens sechs Menschen schwer verletzt waren.

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Nehammer bezeichnete den Anschlag als „völlig untauglichen Versuch, unsere demokratische Gesellschaft zu erschüttern“. Terror und Gewalt hätten keinen Platz in der Gesellschaft. Nehammer versprach „rasche Aufklärung“ und drückte den Angehörigen der Todesopfer seine Anteilnahme aus.

Die Behörden gehen nach wie vor davon aus, dass mehrere Attentäter an dem Angriff beteiligt waren und hielten ihre Warnungen, zuhause zu bleiben und insbesondere die Innenstadt zu meiden, aufrecht. Die Schulpflicht in der Bundeshauptstadt wurde für Dienstag ausgesetzt. Die Schulen in ganz Wien befinden sich am Dienstag im „Notbetrieb“, hieß es aus der Bildungsdirektion gegenüber der APA. Kinder sollen wenn möglich daheim gelassen werden. Ist dies nicht möglich, werden sie an den Schulen betreut.

Die Wiener Innenstadt ist nach dem Terroranschlag wieder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Wiener Linien sind seit Betriebsbeginn am Dienstag uneingeschränkt unterwegs, gab das Unternehmen bekannt. Alle Stationen - auch jene in der Wiener City - wurden wieder angefahren. Das wurde mit dem Einsatzstab im Innenministerium so vereinbart, so ein Sprecher. Abgesagt wurde das für Vormittag geplante Aufstellen des Christbaums auf dem Rathausplatz.

Der Angriff hatte gegen 20 Uhr in der Seitenstettengasse im belebten Ausgehviertel Bermuda-Dreieck begonnen, in dem kurz vor Beginn neuer Corona-Ausgangssperren und bei lauem Wetter viele Menschen unterwegs waren. Nach dem ersten Notruf bei der Polizei und dem Eintreffen der Einsatzkräfte kam es in weiterer Folge zu Schießereien zwischen der Polizei und den Tätern.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) zeigte sich „tief betroffen und fassungslos“. „Unsere Gedanken sind in diesen Stunden bei den Betroffenen, ihren Familien und den Einsatzkräften. Mögen Sie den Einsatz wohlbehalten überstehen“, hieß es am Dienstag in einem knappen Statement auf Facebook.


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