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Der Ausbrecherkönig: Max Leitner, wie er leibt und lebt und leidet

Zu behaupten, der Südtiroler Max Leitner führt nach fast 30 Jahren im Gefängnis oder auf der Flucht jetzt ein ganz normales Leben in Freiheit, würde nicht ganz der Realität entsprechen. Genauso wie ein Buch über ihn Wahrheit und Dichtung vermischt.

Der Ausbrecherkönig: Max Leitner, wie er leibt und lebt und leidet
© Gerd Eder

Von Matthias Christler

1958 wird Max Leitner in Elvas bei Brixen geboren. Die Handelsschule bricht er ab. Ab 1976, mit 18 Jahren, verübt er die ersten Banküberfälle. 1981 wird seine Tochter geboren. Kurz darauf eröffnet er ein Fitnesscenter und heiratet.
© Bundeskriminalamt

Das ist Max Leitner, wie er leibt und lebt. „Jetzt geaht's guat", fackelt er nicht lange und wartet die erste Frage des Telefoninterviews kaum ab, lieber beginnt er selbst zu erzählen. Es ist Dienstag, halb zehn, er liegt noch im Bett, als es im Hintergrund raschelt. „Des ist nur meine Freundin, die schlaft neben mir. Weißt, des ist eine 25-jährige Schönheit", beginnt der 62-jährige Südtiroler über eines seiner zwei Lieblingsthemen zu sprechen: Das eine sind Ausbrüche, das andere die Frauen. „Sie ist mit 23 aus Nigeria nach Italien gekommen und ich habe sie der nigerianischen Mafia entzogen. Inzwischen ist sie meine Freundin. Sie schaut aus wie die junge Naomi Campbell", schnauft er zufrieden tief durch.

Kann das wahr sein? Es sind die­se Geschichten, die von einem Mann erzählen, der schier Unglaubliches erlebt hat. Von ersten Bankübefällen in Norditalien Ende der 70er-Jahre, als er noch nicht einmal 20 war, über die Überfälle auf Geldtransporter, wie der spektakulär vereitelte Versuch bei der Autobahnausfahrt Innsbruck-Süd 1990, bis hin zu den Ausbrüchen aus Gefängnissen, von Österreich über Italien bis nach Marokko. Er hat sich den Titel Ausbrecherkönig verdient. Von seinen Fans, von denen er in seiner Heimat gar nicht so wenige haben soll, wird er als Held bezeichnet. Er selbst, ganz unbescheiden, meint: „Für die bin ich ein Superheld."

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