Zäher Kampf um US-Präsidentschaft zwischen Trump und Biden

Der republikanische Amtsinhaber Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden haben sich bei der US-Präsidentschaftswahl ein hartes Rennen um die Swing States geliefert. Stunden nach Wahlschluss in den meisten Swing States gab es am Dienstagabend (Ortszeit) weiterhin keine Vorentscheidung. Biden und Trump erhielten ihre jeweiligen Hochburgen zugesprochen. Während Trump vor einem Sieg in Florida stand, führte Biden in Arizona und hatte gute Karten in Ohio.

Nach Wahlschluss an der Westküste machte Biden erwartungsgemäß einen großen Schritt in Richtung der Mehrheit im Wahlkollegium, indem er die Staaten Kalifornien (55), Washington (12) und Oregon (7) zugesprochen bekam. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP hielt Biden damit bei 209 Wahlmännern aus 15 Staaten (Illinois, Virginia, Maryland, Delaware, New Jersey, Connecticut, Rhode Island, Massachusetts, Vermont, New York, New Mexico, Colorado, Kalifornien, Oregon und Washington), während Trump bei 118 Wahlmännern aus 18 Staaten lag (Oklahoma, Arkansas, Mississippi, Alabama, Kansas, Missouri, Tennessee, Kentucky, West Virginia, South Carolina, Wyoming, South Dakota, North Dakota, Nebraska, Louisiana und Indiana, Idaho, Utah).

Trump führte in Florida (29 Wahlmänner) mit 51,3 zu 47,8 Prozent der Stimmen, nachdem über 90 Prozent der Stimmen ausgezählt wurden. Der konservative Sender Fox News erklärte den Amtsinhaber in der Früh bereits zum Sieger in dessen Heimatstaat. In Ohio (18) war Trump mit 52,8 zu 45,8 Prozent vorne (Auszählungstand 88 Prozent), in North Carolina (15) mit 50 zu 48,8 Prozent (Auszählungsstand 93 Prozent). Alle drei Staaten hatte Trump vor vier Jahren gewonnen. Beobachter wiesen jedoch darauf hin, dass Biden durch die Auszählung von Briefwahlstimmen noch aufholen könnte.

Trump konnte nach dem Zwischenergebnis auch zwei wackelnde „rote“ Hochburgen, Texas (38) und Georgia (16), halten. Doch auch dort war sein Vorsprung zu knapp für eine endgültige Entscheidung zu seinen Gunsten. Der demokratische Präsidentschaftskandidat konnte sich indes Hoffnungen machen, die traditionelle konservative Hochburg Arizona (11) zu drehen. Nach Auszählung von 73 Prozent der Stimmen lag er dort mit 53,7 zu 45 Prozent in Front.

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Der konservative Fernsehsender Fox News sprach Trump bereits Florida, Ohio und Texas zu. Damit würde Trump die drei Staaten mit 85 Wahlmännerstimmen halten können und einen großen Schritt in Richtung eines Wahlsieges machen. Den Staat Arizona (elf Wahlleute) sprach Fox News hingegen Trumps demokratischen Kontrahenten Joe Biden zu. Fox News ist der erste der große US-Fernsehsender, der eine Aussage über den Sieg in einem der wichtigen umkämpften Bundesstaaten trifft.

In den wichtigen Staaten des Rostgürtels, in den Trump vor vier Jahren die entscheidenden Stimmen für seinen Sieg gesammelt hatte, waren noch keine belastbaren Trends feststellbar. In Wisconsin, Michigan und Pennsylvania führte der Amtsinhaber zum Teil deutlich, doch beruhten diese Ergebnisse hauptsächlich auf der Urnenwahl vom Dienstag. Die Biden-Anhänger hatten aber Umfragen zufolge überwiegend von der Briefwahl Gebrauch gemacht, weswegen eine deutliche Verbesserung des Stimmenanteils des Herausforderers erwartet wurde. Das Endergebnis aus Michigan wird laut Medienberichten nicht vor Mittwochabend vorliegen.

Die Präsidentenwahl findet indirekt statt. Für den Sieg sind mindestens 270 Wahlmännerstimmen erforderlich, die auf Basis der Ergebnisse in den 50 Staaten und dem Hauptstadtdistrikt Washington D.C. vergeben werden. Der stärkste Kandidat bekommt dabei alle Stimmen des jeweiligen Staates. Gewählt werden auch alle 435 Abgeordneten im Repräsentantenhaus sowie 35 der 100 Senatoren. Bisher hatten die Demokraten 235 Sitze im Repräsentantenhaus, die Republikaner 199. Die Demokraten hoffen nun, die republikanische Mehrheit von 53 Senatoren zu brechen und damit das gesamte Parlament unter ihre Kontrolle zu bringen.


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