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Vor allem Junge ohne Perspektive anfällig für Radikalisierung

Nach dem Terroranschlag in Wien beschäftigen sich viele mit der Frage, wie und ob überhaupt Straftaten verhindert werden können. In Tirol waren nur einzelne Jihadisten bekannt.

Resozialisierung kann verhindern, dass Täter wieder straffällig werden.
© Foto TT/Rudy De Moor

Von Michaela S. Paulmichl

Innsbruck – „Radikalisierung passiert nicht von heute auf morgen, sie ist ein Prozess, in dem sich häufig junge Leute finden, die orientierungslos sind, sich ausgegrenzt und als ,niemand‘ fühlen“, sagt Kristin Henning, Leiterin des Vereins Neustart in Tirol. Die Einrichtung unterstützt Straftäter bei einem Neuanfang und führt gemeinsam mit dem Netzwerk Derad Deradikalisierungsprogramme durch. Österreichweit sind es aktuell 50 wegen terroristischer Vereinigung bedingt Verurteilte oder Haftentlassene, die in solchen Programmen betreut werden. Seit 2006 waren es insgesamt 116 Radikalisierte, laut Neustart gab es in dieser Zeit fünf Rückfälle.

Henning: „Menschen ohne Selbstwertgefühl können leichter in Gruppen von IS-Sympathisanten, aber auch von Rechtsradikalen geraten, die ihnen ganz einfache Botschaften über Gut und Böse vermitteln und das Gefühl, in ihrer Gemeinschaft ,jemand‘ zu sein. Wenn wir das Risiko vermindern wollen, dass das passiert, müssen wir diese jungen Leute in die Gesellschaft eingliedern oder nach Straftaten resozialisieren.“

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