Grundsätzliches „Ja“ zu Umfahrung für Oetz“

Die Verkehrszunahme durchs Oetzer Ortsgebiet macht eine Umfahrung „alternativlos“.

GR Roland Haslwanter, Planer Helmut Köll, Mobilitätsexperte Andreas Knapp und BM Hansjörg Falkner (v. l.): Umfahrung ist alternativlos.
© Parth

Von Thomas Parth

Oetz – Die Verkehrszahlen im Ötztal steigen. Mit und ohne Urlauber. 14.000 Fahrzeuge wurden an einem durchschnittlichen Werktag im Winter gezählt. An den Wochenenden steigt der Wert auf 20.000 Autos. Die Zählstelle Ötztal registrierte am 20. Mai etwa 12.700 Pkw, wobei es im Mai aufgrund der Corona-Reisebeschränkungen keinerlei nennenswerten Urlauber- und Reiseverkehr gab.

„Wir haben vor zwei Jahren begonnen, das Verkehrsthema zu analysieren, und parallel zu den Erhebungen einen Bürgerbeteiligungsprozess gestartet. Die Fakten liegen jetzt am Tisch“, bescheinigt BM Hansjörg Falkner: „Es nützt alles nichts: Wir müssen die Ortsumfahrung Oetz aktiv angehen. Diese ist alternativlos!“

Dass dies einer politischen Kehrtwende gleichkommt, ist GR Roland Haslwanter wohl bewusst. Als Touristiker sei er direkt vom Umfahrungsthema betroffen: „Und ich muss zugeben, vor drei, vier Jahren wäre ich dagegen gewesen, eine Ortsumfahrung für Oetz zu forcieren.“ Doch mittlerweile, seitdem man begonnen habe, das Zahlenmaterial zu erheben und Zukunftsprognosen anzustellen, habe ein Umdenkprozess stattgefunden. „Natürlich muss eine Umfahrung durch ein Gesamtkonzept für den Ortskern begleitet werden. Wo sind Parkmöglichkeiten, wie kann der alte Ortskern mit eingebunden werden und wie soll die Begegnungszone aussehen: All diese Fragen bieten am Ende viele Chancen für die Oetzer Wirtschaft“, erläutert Haslwanter die Trendwende im Kreis der Oetzer Wirtschaftstreibenden.

Grundsätzliches „Ja“ zur Umfahrung

Im Ortsausschuss des Ötztal Tourismus sowie im Gemeinderat habe man bereits gültige Beschlüsse für ein grundsätzliches „Ja“ zur Umfahrung vorliegen. „Das stärkt uns im nächsten Schritt, wenn wir die Landespolitik von unserem Vorhaben in Kenntnis setzen“, hebt Bürgermeister Falkner hervor. Erst nachdem das Land für die Finanzierung grünes Licht gegeben hat, könne man mit den Machbarkeitsstudien beginnen und über mögliche Trassenführungen sprechen. Schließlich starte die Verkehrsproblematik im Ötztal spätestens in Sautens bei der Einmündung der Dorfstraße in die Ötztalstraße.

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„Die Bürgermeisterkollegen sind detailiert informiert“, bestätigt Falkner, der „die Oetzer Bevölkerung gerne im Rahmen einer Gemeindeversammlung informiert hätte“.

Begleitet werden die Oetzer Überlegungen von der talweiten Verkehrsstrategie, weiß Andreas Knapp von der GemNova: „Die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs bis hin zu einem ganzjährigen Halb-Stunden-Takt zwischen 6 und 21 Uhr sowie E-Ladeinfrastruktur oder ein E-Car-Sharing werden in den nächsten Jahren unerlässlich sein.“


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