Fahrrad-Bushaltestelle am Fernpass: „Brotlaibstein“ soll weichen

Für die Aufwertung von Radweg und Starkenberger Panoramaweg sollte laut den Plänen der legendäre „Brotlaibstein“ weichen.

Die zwei geplanten Bushaltestellen auf der Fernpasshöhe sollen auch von Bussen mit Radanhängern angefahren werden können.
© Paschinger

Nassereith, Biberwier – Am Montag werden auf der Fernpasshöhe zwei neue große Bushaltestellen und die Aufweitung des bestehenden Wendeplatzes für den Winterdienst verhandelt. Die beiden Haltestellenbereiche sollten beidseitig an den bestehenden Radweg Via Claudia angeschlossen werden. Für die Busbucht in Richtung Imst müsste allerdings nach den bisherigen Plänen auch der Fels mit dem sagenumwitterten „Brotlaibstein“ weichen, wie der Leiter des Baubezirksamtes Reutte, Wolfgang Haas, bestätigt. Allerdings meint er im Vorfeld, dass man vielleicht eine Lösung für dieses Kulturdenkmal finden könnte.

Bei den beiden Bushalte stellen geht es vor allem um Radler: Die Buchten sollten jeweils eine Länge von 19 Metern haben und von Bussen mit Radanhängern angefahren werden können. „Radler können von dort in beide Richtungen abfahren“, begrüßt der Obmann des Imst Tourismus, Hannes Staggl, die Maßnahmen. Außerdem beginne hier der Starkenberger Panoramaweg für Wanderer in Richtung Landeck.

"Brotlaibstein" soll Haltestelle weichen

„Die Errichtung der Haltestelle in Fahrtrichtung Imst ist zwischen der Radwegunterführung und dem Gebäude (Fernpassrast) geplant“, heißt es in der Kundmachung zur mündlichen Verhandlung am Montag. Während der Nassereither Bürgermeister Herbert Kröll im Vorfeld überzeugt ist, dass der Brotlaibstein davon nicht betroffen ist, bestätigt Haas auf Nachfrage bei seinen Planern, dass dieser Felsen eigentlich abgetragen werden sollte.

Der in Stein gemeißelte Brotlaib direkt am Straßenrand stellt als Bezirksgrenze ein Unikum dar. Auf www.verren.at wird zur Entstehung des Brotlaibs aus den Innsbrucker Nachrichten von 1922 zitiert: „Als die Pest das letztemal unser Vaterland heimgesucht hatte, blieben wohl die Leute vor dem Fern davon verschont, aber umso ärger hauste sie im Außerfern. Um sie von unserer Gegend fern zu halten, war an dieser Stelle ein Wachposten aufgestellt, der niemand herein oder hinaus ließ, bei dem jedoch die vom schwarzen Tod heimgesuchten Außerferner Lebensmittel erhielten, um nicht auch noch neben der Seuche der Hungersnot preisgegeben zu sein, weil sie von jedem Verkehr mit der Welt abgeschnitten waren. Und daran, daß sie hier mit Lebensmitteln, besonders mit Mehl und Brot, beschenkt wurden, soll der in dem Stein ausgemeißelte Brotlaib erinnern ...“

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Falls er ein erhaltenswertes Kulturgut sein sollte, werde man versuchen, den Brotlaib herauszuschremmen und an der hinteren Böschung der Busbucht zu platzieren, meint Haas auf Nachfrage der TT.

Die Haltestelle auf der anderen Straßenseite wird am bestehenden Wendeplatz errichtet und mit einem Gehweg an die Fernpasshöhe angebunden. Der Wendeplatz selbst soll aufgeweitet werden. „Die Räumfahrzeuge sind einfach größer geworden“, so Haas. (pascal)


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