Riesenloch bei der AUA: 30 Tiroler Jobs trotz Jobgarantie weg

Heuer gibt es Verluste von Hunderten Millionen. Die nächste Kündigungswelle in Tirol sorgt für heftige Kritik.

Die AUA streicht trotz Standortgarantie wieder Tiroler Stellen.
© Böhm Thomas

Innsbruck, Wien – Die Corona-Krise trifft die Luftfahrt-Branche massiv. Die Lufthansa flog in den ersten drei Monaten 5,6 Mrd. Euro Verlust ein, die österreichische Tochter Austrian Airlines (AUA) schrieb 341 Mio. Euro Verluste, davon allein 106 Mio. Euro im 3. Quartal. Die AUA reduziert ihr Flugangebot wegen der europäischen Lockdowns Mitte November auf nur noch 10 Prozent. Die trudelnde Airline hatte heuer eine Finanzspritze von 600 Mio. Euro bekommen (davon 450 Mio. Euro als Hilfe vom Staat), dieser Puffer droht schon im Winter aufgebraucht zu sein. Laut AUA-Chef Alexis von Hoensbroech könnte die Hilfe nicht reichen, wenn es bis zum Sommer 2021 nicht bergauf geht.

Als Reaktion wird noch härter gespart – und das vor allem auch in den Bundesländern. Nach den Crew-Basen soll auch die Wartung eingestellt werden. Das betrifft die Technik-Stationen in Graz, Salzburg, Innsbruck und Linz. Verhandlungen laufen auch zur Bodenabfertigung in Salzburg und Klagenfurt.

Wie die AUA dem Land Tirol mitteilte, werden in Innsbruck 30 Beschäftigte vom Aus der Wartung betroffen sein. Der erneute Abzug von Stellen weg aus Tirol nach Wien zeige, dass die aktuelle AUA-Führung kein verlässlicher Partner sei, schießt Tirols LH Günther Platter scharf in Richtung AUA-Spitze. „Erneut lösen sich Beteuerungen und Versprechungen, den AUA-Standort Innsbruck zu erhalten, in Luft auf. Umso bitterer ist das Ganze, wenn man bedenkt, mit wie vielen Steuermillionen die AUA in diesem Jahr gerettet wurde.“

„Was diese Zusagen wert sind, sieht man jetzt"

Der Tiroler ÖGB-Chef Philip Wohlgemuth spricht sogar von 70 Arbeitsplätzen, die jetzt zum Opfer fallen könnten. Seit Jahren habe das Management eine Standortgarantie versprochen und dann wieder gebrochen. „Was diese Zusagen wert sind, sieht man jetzt. Da darf die Politik nicht zuschauen.“

Wohlgemuth fordert von der AUA einen fairen Sozialplan und die Berücksichtigung individueller Lebenssituationen für die betroffenen Beschäftigten, die mitten in der Corona-Krise vor große existenzielle Herausforderungen gestellt würden. Das von der AUA wie schon bei früheren Abbau-Wellen gemachte Angebot, doch nach Wien zu wechseln, sei „unmoralisch“. Der ÖGB-Chef erwartet sich, dass sich auch die Bundesregierung einschaltet, die der AUA heuer mit Millionenbeträgen, auch der Tiroler Steuerzahler, unter die Arme gegriffen habe. (va, APA)


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