Das Lechtal hinkt beim Tourismus stark hinterher

Akuten Aufholbedarf hat der Tourismus im Lechtal. Um die Wertschöpfung zu erhöhen, braucht es ein zugkräftiges Produkt.

Ab 2012 sorgte der Lechweg für einen positiven Tourismus-Effekt. Jetzt wird ein neues Produkt gesucht.
© Werbegemeinschaft Lechwege/Gerha

Von Simone Tschol

Elbigenalp – Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftszweig und größte Arbeitgeber im Lechtal. 126 Gästeübernachtungen werden pro Einwohner gezählt, rund 20 Prozent der erwerbstätigen Talbewohner arbeiten direkt im Tourismus. Diese Zahlen hat Regionalmanager Günter Salchner erhoben. Bei einem Blick in die Zukunft ortet er dringenden Handlungsbedarf: „Ohne Tourismus gibt es keine Arbeitsplätze und auch keine Freizeitinfrastruktur.“

Er habe in den letzten Jahren viele Projekte begleitet. „Aber jetzt braucht es einen Transformationsprozess. Es gibt viel aufzuholen im international harten Wettbewerb“, gibt Salchner das Ziel vor.

Seit 2015 seien 303 neue Gästebetten geschaffen und 408 qualitativ verbessert worden. Salchner: „Wenn es uns nicht gelingt, dies weiterzuführen, stellt sich die Frage, ob die Bevölkerung lieber in den Zentralraum auspendelt oder gleich absiedelt. Im Oberen Lechtal ist die Zahl der Einwohner seit 2011 stark gesunken. In Bach um 9,5 Prozent, in Holzgau und Steeg um 6,3 Prozent. In den Seitentälern ist die Lage noch dramatischer. Hält der Trend an, werden diese ab 2052 aussterben, die Talgemeinden vielleicht Anfang des nächsten Jahrhunderts. Wenn wir nicht wollen, dass das Tal ausblutet, müssen wir in den Tourismus investieren.“

Laut Salchners Erhebungen liegt der Umsatz pro Bett im Tiroler Mittelwert bei 9558 Euro. Das Lechtal schafft mit 4000 Euro nicht einmal die Hälfte. „Da sind wir seit Jahren Schlusslicht. Wir müssen die Umsätze steigern, ebenso die Vollbelegstage. Hier liegt nur noch das Wipptal hinter dem Lechtal.“ Und auch beim TVB-Budget pro Bett komme das Lechtal gerade einmal auf ein Drittel des Mittelwerts. Dieser liegt bei ca. 600 Euro.

TT-ePaper testen und eine von drei Gasser Tourenrodeln gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Die TT verlost drei Gasser Tourenrodeln und 50 Thermosflaschen

Der Tourismus sei stets der stabilisierende Faktor im Tal gewesen. Der Lechweg habe für zusätzliche Dynamik gesorgt. Jetzt brauche es wieder ein zugkräftiges Produkt. „Wer zum Lechtal steht und ans Tal glaubt, muss investieren – auch in die Marke. Dann können auch die Vermieter mehr verlangen. Das Lechtal liegt in den Kronjuwelen der Alpen. Und die Kronjuwelen präsentiert man im besten Licht. Es muss gelingen, diesen Wert in Wertschöpfung umzuwandeln.“


Kommentieren


Schlagworte