Hausverwalter stolperte über seinen eigenen Hausbau

Wegen Geldnot 25.000 Euro „geliehen“, nach Diversion Untreueprozess. Ein weiterer Fall: Rezept für Ersatzdrogen gefälscht.

Untreue: Privater Hausbau mitsamt Kostenexplosion riss für einen Tiroler ein tiefes Finanzloch auf.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck – Ein Eigenheim ist der Traum vieler Tiroler. Nicht wenige übernehmen sich dabei jedoch. Passiert ist das auch einem bislang völlig unbescholtenen 51-Jährigen. Der hatte sich vor dem Hausbau nur als Hausverwalter für Gebäudekosten interessiert. Beim eigenen Projekt tat sich für den 51-Jährigen jedoch eine Diskrepanz von 650.000 auf 900.000 Euro auf. „Und dies trotz Baumeister und Bauaufsicht!“, wie der nunmehrige Angestellte gestern am Landesgericht bei seinem Untreueprozess vor Richterin Heide Maria Paul beklagte.

Eine massive finanzielle Misere war Auslöser des Verfahrens am Donnerstag – und dass sich der klamme Hausverwalter über acht Jahre immer wieder etwas vom Betriebskostenkonto der Eigentümergemeinschaft „geliehen“ hatte. Letztere hatte darauf erst gar nicht mit einer Anzeige reagiert, sondern dem Verwalter sogar Gelegenheit gegeben, letztlich zumindest 28.000 Euro zurückzuzahlen. Der befand sich aber schon zu tief im finanziellen Schlamassel. So tief, dass der 51-Jährige wegen Untreuehandlungen bezüglich seines Leasingautos vor dem Landesgericht bereits mit einer Diversion belegt wurde – trotzdem führte er die Untreue an den Hauseigentümern noch weiter. Was schlimm klingt, relativierte sich im Prozess. So zeigte sich der Unbescholtene nicht nur voll geständig, sondern hat den Schaden bereits zur Gänze gutgemacht. Aufgrund derzeitiger Einkommenslosigkeit betrug die Geldstrafe so gerade zur Hälfte bedingte 1200 Euro. Auch den mit der Strafe verbundenen Gewerbeausschluss sah Richterin Paul bedingt nach.

Drei Jahre Haft drohen für die Falschaussagen

Ganz dick könnte es schon bald für einen jungen Unterländer kommen. Wegen eines Streits um 70 Euro nach einer Zechtour hatte er seinen Kumpanen bei der Polizei dahingehend belastet, dass dieser ihn über eineinhalb Tage in dessen Wohnung eingesperrt und seine Familie bedroht hätte. Alles Lug und Trug, wie der Unterländer gestern beim Prozess gegen den dahingehend angeklagten Kumpanen vor Richterin Sabine Krainer bekannte. Drei Jahre Haft drohen nun für die Falschaussagen. Dazu noch ein Verfahren wegen Betruges. Hatte der Unterländer doch mit dieser Geschichte zusätzlich einen Bekannten um 500 Euro angebettelt, damit er sich damit aus der Wohnung des Kumpanen freikaufen könne.

Rezept gefälscht

Drogensucht hatte im April zwei Tiroler zusammengebracht. Als einer dem anderen dazu eine Wohngelegenheit angeboten hatte, bedankte sich jener damit, ein Altrezept aus einer Schublade zu entwenden. Das Rezept wurde darauf mit einem neuen Datum versehen, um dafür bei einer Apotheke medizinische Ersatzdrogen zu bekommen. Dank aufmerksamer Apothekerin blieb es aber beim Versuch. Jetzt wird noch ein „Alibi“ geprüft. (fell)


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