Anschlag in Wien: Acht Verdächtige bereits zuvor verurteilt

Acht der 15 nach dem Terroranschlag in Wien Festgenommenen sind bereits wegen diverser Straftaten verurteilt worden. Wie Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Donnerstag sagte, wurden vier von ihnen wegen terroristischer Straftaten, zwei wegen unterschiedlicher Gewaltdelikten und zwei wegen eines versuchten Ehrenmordes in Linz verurteilt. Indes wurde bekannt, dass einer der Ermittlungsstränge „mit unmittelbarem Täterbezug“ neben der Schweiz in ein weiteres Land führt.

Dort würden derzeit polizeiliche Maßnahmen laufen. Um welches sich dabei handelt, blieb vorerst offen. Zudem seien zwei Beamte von Europol für Wien abgestellt worden. Sie würden die hiesigen Behörden bei der internationalen Zusammenarbeit unterstützen.

Laut dem Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, bekamen die beiden Männer, die wegen des versuchten Ehrenmordes verurteilt worden waren, hohe Haftstrafen. Einer wurde 2012 zu zehn Jahren Haft verurteilt und 2017 entlassen. Der andere zu fünf Jahren und sechs Monaten. Er wurde 2015 entlassen.

Es sei gelungen, den (von Beamten erschossenen) Täter nach nur vier Stunden zu identifizieren, so Nehammer. Durch die rasche Identifizierung und akribische Ermittlungsarbeit seien schnell die Hausdurchsuchungen in selber Nacht erfolgt, sagte der Minister.

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Wie Nehammer am Mittwoch bekanntgegeben hatte, sind die Festgenommenen von 18 bis 28 Jahre alt. Alle haben alle Migrationshintergrund.

Unter den im Zuge der Hausdurchsuchungen Festgenommenen dürften sich mehrere Personen befinden, gegen die wegen Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ermittelt wird bzw. wurde. Im Fall eines 18-Jährigen aus Bangladesch wurde bereits Ende September Anklage eingebracht, der Mann soll noch als Jugendlicher IS-verherrlichendes Material verbreitet haben. Prozesstermin gibt es noch keinen. Der 18-Jährige soll aus dem Umfeld des von der Polizei getöteten Attentäters stammen.

Dem jungen Mann wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung (§ 278b) und Beteiligung an einer kriminellen Organisation (§278a StGB) vorgeworfen. In sozialen Netzwerken und Chats soll er Beiträge des Islamischen Staats geteilt haben - als er noch ein Jugendlicher und nicht volljährig war, sagte Nina Bussek, Sprecherin der Wiener Staatsanwaltschaft, der APA.

Unterdessen sah deutsche Innenminister Horst Seehofer Verbindungen des islamistischen Attentäters von Wien nach Deutschland. „Wir haben durch den Fall in Wien auch Bezüge nach Deutschland hin zu Gefährdern, die rund um die Uhr überwacht werden“, sagte der CSU-Politiker.


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