Familien-Region im Ötztal zeigt, wie’s gehen könnte

Im Vorderen Ötztal haben sich drei Gemeinden zu einer familien-freundlichen Region zusammengetan: Gemeinsam soll mehr gehen.

Wie hier in Imst drängen nun auch die Vorderötztaler Gemeinden Haiming, Sautens und Oetz auf eine mobile Jugendarbeit.
© JZI

Von Thomas Parth

Haiming, Sautens, Oetz –Schon seit Längerem bilden die drei Orte am Eingang des Ötztals eine touristische Region. Ausgehend von dieser bewährten Union, konnte man sich bereits als familienfreundliche Marke positionieren, wobei die Leistungsträger und Gemeinden Hand in Hand arbeiteten. Um dieses Engagement zu vertiefen, um Doppelgleisigkeiten zu vermeiden und Synergien zu nutzen, haben Haiming, Sautens und Oetz nicht nur selbst das Audit zur familienfreundlichen Gemeinde durchlaufen.

„Der nächste, logische Schritt war, dass wir uns zur familienfreundlichen Region zusammentun“, schildert der Oetzer Gemeindevorstand Michael Amprosi. Die Oetzer haben sich mit der „Zukunftsstrategie 2030“ eingebracht, wo sich touristische Leistungsträger, Politik und Bevölkerung Gedanken über die künftige Ausrichtung ihres Lebensraums machen.

In Sautens wurde der Audit-Prozess ebenfalls sehr positiv aufgenommen. GR Roland Hackl erinnert sich an mehrere Workshops sowie eine Bürgerversammlung, die teils sehr gute Ideen hervorgebracht haben: „Wir haben den Ist-Stand ermittelt und uns gemeinsam den Kopf darüber zerbrochen, was in unserer Gemeinde machbar ist. Natürlich können nicht alle Ideen umgesetzt werden, doch es ist dadurch ein Katalog entstanden, der sich Schritt für Schritt realisieren lässt.“ Gestartet wird in Sautens mit der bereits bestehenden Computeria. Diese erfährt durch die familienfreundliche Region einen Neustart und soll am Ende allen drei Orten zugutekommen.

Gemeinsam leichter zu finanzieren

Die Haiminger haben eine lange Tradition ihres Jugendclubs „Kanten“. GR Andreas Saurwein unterstreicht die Vorteile der regionalen Zusammenarbeit: „Das Audit hat uns gezeigt, dass es lässige Projekte gibt, die allerdings für eine Gemeinde alleine nur sehr schwer umzusetzen sind. Zusammen sind diese Maßnahmen, wie z. B. eine mobile Jugendarbeit in allen drei Gemeinden, leichter zu finanzieren und zu organisieren.“ Die Erstgespräche mit der Plattform für offene Jugendarbeit (Pojat, Anm.) haben bereits den Bedarf nach diesem Angebot deutlich gemacht. Martina Steiner von Pojat kann dies bestätigen: „Ein Jugendzentrum ist bereits vorhanden. Darauf kann aufgebaut werden und mit der flexiblen, mobilen Jugendbetreuung optimal kombiniert werden.“ Dieses Konzept für das Vordere Ötztal soll in den kommenden Sitzungen entwickelt und auf die Bedürfnisse der Kids abgestimmt werden.

„Am 24. November findet die – Covid lässt grüßen – digitale Zertifikatsverleihung an die Vorderötztaler statt“, weiß Prozessbegleiter Georg Mahnke: „Die vielgepriesene Gemeindekooperation hat sich zwischen Haiming, Sautens und Oetz durch die Arbeit fleißiger Bürger bewährt. Das alles wäre allein kaum machbar gewesen. Jetzt geht es an die Umsetzung des Ideenpools, der auf www.vorderesoetztal.at für jedermann einsehbar ist.“ Es gelte nun, die familienfreundliche Region im Verbund zu leben.


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