Alle Bezirke Österreichs bei Corona-Ampel auf Rot gestellt

Die letzten gelben und orangen Flecken auf der österreichischen Ampel-Landkarte werden ab Freitag verschwunden sein. Die Corona-Kommission hat in ihrer Sitzung am Donnerstagnachmittag alle Bezirke und Regionen auf Rot gestellt, damit ist überall im Land das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus sehr hoch. Zuletzt war in Österreich mit über 7.400 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden ein neuer Rekordwert verzeichnet worden.

Gelb waren bisher noch Spittal an der Drau in Kärnten, Murau in der Steiermark sowie die Vorarlberger Regionen Klostertal/Arlberg und das Große Walsertal. Von Orange auf Rot werden Güssing im Burgenland, Hollabrunn, Horn, Mistelbach und Scheibbs in Niederösterreich, Klagenfurt Land, St. Veit an der Glan, Villach Land und Villach Stadt in Kärnten, sowie Reutte in Tirol und die Region Bregenzerwald/Kleinwalsertal in Vorarlberg umspringen. Alle anderen Bezirke und Regionen waren schon bisher mit Rot bewertet. Somit sind auch alle Bundesländer und ganz Österreich nunmehr mit sehr hohem Risiko bewertet.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) wird am Freitag die Hintergründe dieser Entscheidung bekanntgeben. Außerdem wird er einen Ausblick auf den weiteren Umgang mit der Pandemie geben. Am Donnerstag waren einige Gerüchte über eine weitere Verschärfung der Maßnahmen im Umlauf, etwa im Schulbereich. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) schloss Schulschließungen aber aus.

Am Donnerstag wurden unterdessen 7.416 Neuansteckungen gemeldet. 2.737 Personen sind aufgrund einer Corona-Erkrankung in krankenhäuslicher Behandlung, davon 407 auf Intensivstationen. Erstmals gibt es auch über 50.000 aktiv Infizierte. Seit Ausbruch der Pandemie gab es insgesamt 132.515 positive Testergebnisse in Österreich. 1.268 Personen sind an den Folgen des Coronavirus verstorben, 80.604 Personen sind wieder genesen. In den vergangenen sieben Tagen waren es im Schnitt täglich 5.350 Neuinfektionen die dazu kamen, die Zahl der Intensivpatienten stieg in diesem Zeitraum um fast 65 Prozent.

Neuinfektionen im vierstelligen Bereich vermeldeten Nieder- und Oberösterreich mit 1.053 bzw. 1.540 sowie Wien mit 1.231 positiven Test. Die restlichen Bundesländer teilen sich wie folgt auf: Burgenland: 233, Kärnten: 338, Salzburg: 497, Steiermark: 987, Tirol: 828 und Vorarlberg: 709.

Die Sieben-Tages-Inzidenzen erreichten vor der anstehenden nächsten Ampelschaltung ebenfalls neue Höchstwerte, Vorarlberg stieg sogar von 579,6 auf 662,5 und ist somit das Bundesland mit dem größten Wert, gefolgt von Oberösterreich und Tirol. Österreich liegt inzwischen auf 407,7 Fällen pro 100.000 Einwohnern, noch vor einer Woche lag dieser Wert beim AGES-Dashboard bei rund 250.

Wien plant indes die Einrichtung einer dritten Coronavirus-Teststraße. Sie soll im Westen der Stadt angesiedelt werden, wie ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Donnerstag der APA präzisiert hat. Derzeit würden mehrere Standorte - vor allem entlang der Achse des Wientals - geprüft, hieß es. Eine Umsetzung ist bis Anfang Dezember geplant. Teststraßen stehen bereits beim Happel-Stadion und auf der Donauinsel zur Verfügung.


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