Zweierlei Fingerabdrücke im Innsbrucker artdepot

Kontrastprogramm: von Helmut Swoboda aufgespürte Spuren und unterschiedlich Mustriges von Patrick Schmierer.

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Helmut Swoboda outet sich als subtiler Spurensucher im Landschaftlichen.
© artdepot

Von Edith Schlocker

Innsbruck – Mit Helmut Swoboda und Patrick Schmierer stehen sich derzeit im artdepot zwei künstlerische Temperamente gegenüber, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Der 62-jährige Hollegha-Schüler Swoboda ist ein klassischer Maler, ein Spurensucher im Landschaftlichen, der unübersehbar das subtil Monochrome mag. Wenn er durch feine Spuren, die er in graue Farbflächen kratzt, diese zu formen beginnt, gerade so, als würde er Strukturen der Natur ganz nah heranzoomen, wodurch diese zur autonomen, rhythmisch durchpulsten Struktur werden.

Patrick Schmierer tut nicht wirklich überzeugend konzeptuell.
© artdepot

Wesentlich konkreter wird es, wenn Helmut Swoboda Fotografien realer Landschaften zum Malgrund wählt, um diese zwar weitestgehend auszulöschen, indem Bergiges, Taliges oder Horizonte nur noch erahnbar sind. Wobei gerade dieses in düstere Wolken gehüllte Abbildhafte wesentlich den Reiz dieser Mischtechniken ausmacht.

Anders der um 14 Jahre jüngere Patrick Schmierer, der sich stilistisch ganz bewusst jeder Schubladisierung entzieht, um seiner Kunst durch die äußere Festlegung der Form, die der zehnfachen Größe des Polaroidformats entspricht, einen konzeptuellen Anstrich zu geben. Um den Rechtecken Quadrate einzuschreiben, auf denen er Farben rinnen lässt oder die er mit bunten Spuren oder fast naiven Mustern beschreibt. Zu sehen gibt es aber auch ein monochrom gelbes bzw. schwarzes Quadrat, die mit originalen Lacken prestigeträchtiger Automarken gespritzt sind. Und auf einem der Quadrate hat sich der Künstler schließlich mit seinem ins Überdimensionale aufgeblähten Fingerabdruck selbst verewigt.


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