Forschungsprojekt: Vom Umbau bis zu weniger Gästen

Eine Umfrage zeigt Corona-Optionen im Tourismus auf. Die reichen bis zu Hotelumbau in Daheim-Büros. Der Ruf nach neuen Regelungen wird laut.

Wie die Wintersaison stattfinden kann, ist noch völlig offen.
© Böhm Thomas

Innsbruck – Vor einigen Monaten, also vor den aktuellen Reisewarnungen, durchgehend roten Covid-Ampeln und dem November-Lockdown, hat das MCI in Kooperation mit den Ländern Tirol und Vorarlberg das Forschungsprojekt „Covid-19 Risikomanagement Wintertourismus“ ins Leben gerufen. Mit Befragungen von Tourismusregionen, Seilbahnbetrieben, Beherbergungsbetrieben etc. sollte herausgefiltert werden, wie eine sichere Corona-Wintersaison ablaufen kann.

Gestern hat das MCI die Ergebnisse seiner zweiten Online-Befragung präsentiert, bei der viele Beherbergungsbetriebe befragt wurden. Diese müssen ja inzwischen – wie etwa auch die Gastronomie – im November geschlossen bleiben.

Mehr als 80 % der Beherbergungsbetriebe hielten es bei der Umfrage jedenfalls für sinnvoll, gemäß dem Mindestabstand von einem Meter eine maximale Gästezahl in der Gastronomie festzulegen. Auch eine getrennte Bewirtung von À-la-Carte- und Nächtigungsgästen hält eine Mehrheit der Hoteliers für sinnvoll. Was die Mitarbeiter betrifft, so finden es die meisten (75,3 %) sinnvoll, getrennt arbeitende Teams zu bilden, mit getrennten Personalunterkünften. Für manche Hotels könnten Alternativen in Betracht kommen. „Beispiele wie das ,Project Homekey‘ in Kalifornien (USA) zeigen, wie aus Hotels leistbarer Wohnraum entstehen kann“, so das MCI. Auch könnten Räume als Home-Office-Büros dienen.

Unlängst klafften aber Theorie und Praxis ausein­ander

85 Prozent der Seilbahnen wiederum erachten es als sinnvoll, Besucherströme und das Lift-Anstehen durch Leitsysteme zu entzerren. Unlängst klafften aber Theorie und Praxis ausein­ander. So war Ende Oktober auf Fotos und Videos zu sehen, wie Menschen, dicht gedrängt und ohne Mindestabstand, an Liftstationen in Tiroler Gletscherskigebieten anstehen.

Mehr als 90 Prozent der vom MCI Befragten forderten für die Wintersaison – die derzeit völlig offen ist – ein einheitliches Risikomanagement im Tourismus. „Das Covid-19-Risiko gehört jetzt zu den alltäglichen Gesundheitsrisiken wie viele andere auch“, so das MCI: „Die Covid-Sicherheit wird in der Wintersaison ein zentraler Bestandteil aller touristischen Angebote sein und ein Leben mit dem Virus sowie Alternativen für Beherbergungsbetriebe sollten berücksichtigt werden.“ Die Umsetzung erfordere neue Konzepte. (mas)


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