Anschlag in Wien: Sechs Verdächtige wieder enthaftet

Von den mittlerweile 16 im Zusammenhang mit dem Terroranschlag festgenommenen Männer sind sechs wieder enthaftet worden. Bei ihnen hätte sich der Verdacht nicht erhärtet, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nina Bussek zur APA. Für acht wurde Untersuchungshaft beantragt, eine Entscheidung wird es im Lauf des Nachmittags geben. Zwei Verdächtige sind noch in keine Justizanstalt eingeliefert worden.

Die Männern sind verdächtigt Tatbeitrag zum Wiener Anschlag oder selbst das Verbrechen der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung beziehungsweise an einer kriminellen Organisation begangen zu haben. Zwei Ermittlungsstränge führen in andere Länder.

Nach dem Anschlag befinden sich weiterhin fünf Personen in Spitalsbehandlung. Das teilte eine Sprecherin des Gesundheitsverbunds der APA am Freitag auf Anfrage mit. Zwei Betroffene, die bei der Terrorattacke schwer verletzt wurden, werden noch auf Intensivstationen betreut. Deren Zustand sei stabil, hieß es.

Unterdessen bereitet eine Wiener Bürgerinitiative bereits eine Amtshaftungsklage im Zusammenhang mit dem Terroranschlag an. Rechtsanwalt Karl Newole - der die Bezirksliste „Wir im Ersten“ gegründet hat - sieht „genug“ Anhaltspunkte für eine Haftung des Staates. „Bei pflichtgemäßem Handeln wäre das Attentat wohl verhinderbar gewesen“, meinte er.

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Einige Geschädigte hätten sich bereits erkundigt, die Bürgerliste biete daher Hinterbliebenen von Opfern, Verletzten und jenen, die Sachschäden erlitten haben, Beratungen über ihre Rechte an. Laut Newole könnte im Rahmen der Amtshaftung Geldersatz für Begräbniskosten, Trauer- und Schockschäden, Unterhalt für Hinterbliebene, Schmerzensgeld für Verletzte, Entschädigung für Invalidität, Verdienstentgang oder Sachschäden geltend gemacht werden.

FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz bezeichnete Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) unterdessen als „Feigling“. Statt sein Versagen einzugestehen und zurückzutreten, tätige Nehammer falsche Schuldzuweisungen am laufenden Band. Dessen Rücktritt sei „unausweichlich“, so Schnedlitz.

Gleichzeitig nahm der FPÖ-Generalsekretär den freiheitlichen Klubobmann Herbert Kickl in Schutz. Der Versuch, Kickl für die Gefährdung von Polizisten verantwortlich zu machen, weil dieser eine offenbar geplante Razzia gegen Vertreter der islamistischen Szene thematisierte, wies Schnedlitz zurück. Diese sei bereits medial bekannt gewesen, als Kickl darauf Bezug genommen habe.


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