Junge ÖVP rügt Studenten, Liste Fritz die Regierung

Schon im Frühjahr sorgten Studenten für Unmut, weil sie keinen Abstand einhielten. Nun sieht sich die JVP gefordert.
© Thomas Boehm / TT

Wenig Verständnis zeigt ÖVP-Landtagsabgeordnete Sophia Kircher für das Verhalten von Studierenden und Jugendlichen in Innsbruck. Diese würden sich wieder, wie am Beginn der Pandemie, in großer Zahl am „Sonnendeck“ versammeln, trotz mehrfacher Durchsagen der Polizei. Mit „Sonnendeck“ ist die Uferpromenade hinter der Universität gemeint. Vor Corona-Zeiten hatte sich der Platz im Laufe der Jahre zu einem beliebten Studententreff gemausert. „Wir erleben gerade die zweite Welle der Corona-Pandemie und den zweiten Lockdown, die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen ist dramatisch. Trotzdem sitzen erneut zahlreiche Personen demonstrativ Schulter an Schulter am Sonnendeck, ohne jeglichen Abstand einzuhalten“, kritisiert Kircher. Sie ist die Jugendsprecherin der ÖVP im Landtag und Landesobfrau der Jungen ÖVP, JVP. Jetzt sei Solidarität gefragt, „um den Kollaps unseres Gesundheitssystems zu verhindern“. Kircher ruft dazu auf, soziale Kontakte zu minimieren, um Risikogruppen wie ältere Menschen nicht zu gefährden.

Ärger verspürt auch die Klubobfrau der Liste Fritz, Andrea Haselwanter-Schneider. Seit rund einer Woche würden die Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe im Bezirk Kitzbühel für die Kontaktnachverfolgung bei Corona-Fällen, das so genannte Contact-Tracing, abgestellt. Sogar die Leiterin der Jugendhilfe müsse nun diese Arbeit für das Land verrichten. „Das geht überhaupt nicht. Durch Corona hat sich das Arbeitsausmaß für die Kinder- und Jugendhilfe erhöht.“ Gerade jetzt würden familiäre Krisen entstehen, weil immer mehr Menschen arbeitslos seien oder sich in Kurzarbeit befänden. „Es darf angenommen werden, dass auch in den anderen Bezirken Mitarbeiter, die eigentlich Familien betreuen sollten, fürs Contact-Tracing herangezogen werden.“ Es könne nicht sein, dass Kinder und Jugendliche nicht mehr betreut würden, kritisiert Haselwanter-Schneider. „Tirol hat eine Rekordarbeitslosigkeit, da werden sich doch geeignete Kandidaten fürs Contact-Tracing finden.“ Die Landesregierung sei aufgefordert zu reagieren, erklärt die Liste Fritz. (aheu)

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