Auschwitz-Überlebende Lotte Brainin wird gefeiert

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Lotte Brainin ist mit Hugo Brainin verheiratet, der 1938 als Kind nach England flüchten konnte.
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Wien – Am 12. November wird Lotte Brainin, jüdische Widerstandskämpferin und Überlebende der Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück, 100 Jahre alt. Den ursprünglich geplanten Festakt gibt es Corona-bedingt online: Kommenden Donnerstag ist er ab 18 Uhr live via Youtube zu verfolgen. Festredner sind u. a. Bundespräsident Alexander Van der Bellen und sein Vorgänger Heinz Fischer.

Multimediakünstlerin Marika Schmiedt hat für den Geburtstag eine digitale Ausstellung gestaltet, die auf www.brainin.at zu sehen ist. Teil ist eine über fünfminütige Grußbotschaft von Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, die ihren Text vor der Kamera liest. Den Abschluss des digitalen Festes bildet ein Auszug eines von Lukas Ligeti komponierten Stückes, das 2015 in seiner Zeit als Composer in Residence im POLIN-Museum der Geschichte der polnischen Juden entstanden ist.

Lotte Brainin (Mädchenname: Sontag), 1920 in Wien geboren, flüchtete 1938 nach Belgien und wurde Mitglied der Widerstandsgruppe Österreichische Freiheitsfront. Im Juni 1943 wurde sie in Brüssel verhaftet, im Jahr darauf nach Isolationshaft, schwerer Folter und Misshandlungen nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort war sie bei einer Widerstandsgruppe. 1945 wurde sie nach Ravensbrück verlegt. Nach der Befreiung war sie Mitbegründerin der Österreichischen Lagergemeinschaft Auschwitz und Ravensbrück – und jahrzehntelan­g als Zeitzeugin in österreichischen Schulen aktiv. (APA, TT)

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