Das halbe Unterland zu Füßen: Wanderung auf den Pendling

Der TT-Tourentipp führt diesmal auf den Pendling auf 1563 Metern Seehöhe: Hoch über Thiersee, Langkampfen und Kufstein gelegen gilt er als einer der schönsten Aussichtsberge.

Der Ausblick vom derzeit geschlossenen Pendlinghaus aus ist gewaltig.
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Thiersee –Wer auf der Suche nach einem Dreitausender ist, wird im Tiroler Unterland definitiv nicht fündig werden. Wer aber sagt, dass es immer die Großen sein müssen? Der Pendling in den Brandenberger Alpen bzw. das Pendlinghaus liegen gerade mal auf etwas mehr als 1500 Metern Seehöhe. Ausblick und Panorama aber hinken einem Dreitausender um nichts hinterher.

Im Gegenteil. Diese Woche führt unser TT-Wandertipp also ins Unterland. Genauer gesagt starten wir die herbstliche Wanderung bei wolkenlosem Himmel in Thiersee. Vom Gasthaus Schneeberg führt unsere Route hinauf zum Pendlinghaus bzw. dem Pendlinggipfel. Von dort geht es über die Kala-Alm wieder retour. Eine mittelschwierige Rundwanderung über rund 650 Höhenmeter und eine Weglänge von knapp acht Kilometern.

So kommt man hin: Beim gebührenpflichtigen Parkplatz (3 Euro) direkt beim Gasthaus Schneeberg (Thiersee) beginnt die Runde. Der Parkplatz ist zwar wirklich ziemlich groß, doch aufgrund der Beliebtheit der Tour, auch bei unseren Nachbarn aus Bayern und vor allem an den Wochenenden, ist eventuellen mit Kapazitätsproblemen zu rechnen.

📽 Video | TT-Tourentipp: Pendling

Vorbei am Gasthaus Schneeberg folgen wir zunächst ein Stück der Rodelbahn, die hinauf zur Kala-Alm führt. Etwa 400 Meter weit gehen wir, bis wir den breiten Forstweg verlassen und nach links in den Steig abzweigen.

Während der Tour auf den Pendling kommt man an drei Gipfelkreuzen vorbei.
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Dieser schlängelt sich mäßig steil und serpentinenartig nach oben. Immer wieder gespickt mit einigen Holzstufen, bis wir an einer großen Felswand vorbeikommen. Einen kleinen Nachteil hat die Tour bis jetzt. Der Aufstieg über den Steig liegt durchwegs im Schatten, was am Ende und oben aber ganz schnell vergessen sein wird.

Wir queren wieder die breite Forststraße und wandern nun entlang des Kammes und bereits in der Sonne in Richtung Pendlinghaus/Pendling.

Unschwierig und bereits mit einem unvergesslichen Ausblick ins Inntal, zum Wilden Kaiser, auf die Festungsstadt Kufstein und zu den Hohen Tauern erreichen wir ein erstes Gipfelkreuz.

Das ist der Hauptgipfel des Pendling (1563 Meter) und zugleich der höchste Punkt unserer Tour. Weit schöner allerdings ist der Ausblick vom nächsten Kreuz aus, auf welches wir nach weiteren fünf Minuten Gehzeit treffen. Ein Kreuz mit einem Steinaltar. Eltern mit Kindern sollten hier auf ihre Schützlinge allerdings Acht geben, zumal die Felsen fast senkrecht in Richtung Kufstein bzw. Langkampfen abfallen!

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Das Pendlinghaus, unser nächstes Ziel, ist nur noch einen Katzensprung entfernt. Zwei Minuten etwa. Einfach „wow“ das Rundumpanorama, und der etwas schattige Anstieg zu Beginn der Tour ist sofort vergessen. Es hat sich zu hundert Prozent gelohnt, hier heraufzugehen.

Im Herbst sind die Tage doch deutlich kürzer. Und nachdem wir schon etwas spät am Weg sind, geht’s zurück. Entlang des Kammes wieder bis zum Forstweg. Diesem folgen wir jetzt geradeaus weiter, sogar ein Stück leicht bergauf, bis wir auf den Wegweiser mit der Aufschrift „Kala-Alm/Heimkehrerkreuz“ treffen. Entlang dieses Steiges geht’s vorbei beim Heimkehrerkreuz und im Licht der Nachmittagssonne hinunter bis zur Kala-Alm auf rund 1400 Metern Seehöhe.

Der Abstieg erfolgt durch herbstlich geprägten Wald.
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Dort folgen wir immer den gelben Hinweisschildern, mehrmals den Forstweg querend, zurück bis zum Parkplatz beim Gasthaus Schneeberg. Die Rundtour ist für größere Kinder geeignet. Kinderwagentauglich ist sie freilich nicht. Wer nicht den Steig hinaufwandern will, kann bequem während des gesamten Aufstieges auf der breiten Forststraße bleiben.

Übrigens bietet sich die Kala-Alm im Winter auch als Rodelstrecke an. Die Bahn ist sogar am Abend und während der Öffnungszeiten beleuchtet. Und noch etwas: Die gesamte Tour ist wirklich hervorragend markiert und beschildert. Abzweigungen kann man eigentlich nicht verfehlen. Leider sieht es mit den Einkehrschwüngen Corona-bedingt aber momentan nicht wirklich rosig aus. Die Gipfeljause sollte man deshalb selbst mitnehmen. Bei diesem Panorama schmecken Speck, Wurst und Brot nämlich doppelt gut. (flex)

TT-Tourentipps

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© TT-Grafik

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