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Umstrittene Tauchgänge zur Titanic: Grabschändung oder Abenteuer?

Ist es Voyeurismus oder Forschergeist, wenn Touristen eine Fahrt zum Wrack der Titanic buchen? Zwei Experten raten vom „Tiefseeurlaub“ ab. Nicht nur wegen der Kosten von 100.000 Euro und dem Bewerbungstest.

Das Schiff. Eine Suite auf dem Luxusliner Titanic kostete 4350 Dollar.
© United Archives/Archiv CarlSimon

Judith Sam

Die Nacht des 14. Aprils 1912 ist sternenklar. Das Meer, 300 Seelmeilen südöstlich von Neufundland, wirkt spiegelglatt. 20 Minuten vor Mitternacht schlafen viele Passagiere der Titanic bereits. Für die Wachen fühlt sich die Kollision mit dem Eisberg ungefährlich an. Die Überlebende Edith Russell sprach Jahrzehnte später von einem „leichten Schubs“. Die Eisstücke, die auf Deck landen, verwendet sie für eine spontane Schneeballschlacht. Ein Riesenspaß auf dem unsinkbaren Luxuliner.

30 Minuten später hat das Schiff leichte Schlagseite. Die Evakuierung beginnt, doch niemand will die hölzernen Rettungsboote besteigen. Passagierin Edwina Mac­Kenzie berichtet später, dass sie sich an Bord der Titanic sicherer fühlte und die Stimmung gelassen war. Um das Rettungsboot halbwegs zu füllen, steigen Besatzungsmitglieder ein. So kann das Boot mit einem Fassungsvermögen von 65 Personen wenigstens mit 32 abgelassen werden.

Gegen ein Uhr nachts kippt die Stimmung, als das eiskalte Wasser immer mehr Etagen verschlingt. Die Passagiere werden rücksichtsloser und drängen panisch in die Rettungsboote. Doch weil es davon zu wenige gibt, verlieren 1496 Menschen in dieser Nacht ihr Leben.

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