Online-Petition: 16.256 Unterschriften für den Tiroler Nachwuchssport

Die Kritik am Sport-Lockdown hält weiter an. Sportminister Werner Kogler will „Aufsperrphasen“ besprechen. Eine Tiroler Online-Petition findet derweil Anklang.

Kindern fehlt im Lockdown der organisierte Sport.
© gepa

Von Florian Madl

Wien –Zwar meinte Sportminister Werner Kogler zuletzt, man wolle mit den Sportfunktionären je nach Möglichkeit die Optionen von „Aufsperrphasen“ besprechen – aber nach einer Entspannung der Corona-Situation sieht es vorerst nicht aus. Und obwohl der Sport zuletzt nur zu 0,4 Prozent (Quelle AGES/Kalenderwoche 43) zur Clusterbildung beitrug, müssen sich vorerst auch die Bewegungshungrigen gedulden. Neben der Gastronomie und zahlreichen Kultureinrichtungen schlossen bekanntermaßen Schwimmbäder, Sporthallen, Fitnessstudios und Seilbahnen bis zum 30. November, doch eine Verlängerung des Verordungszeitraums scheint nicht unwahrscheinlich.

Der von der Bundesregierung ausgerufene zweite Lockdown trifft damit nicht zuletzt die Nachwuchssportler hart, ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel erachtet die Maßnahmen als „völlig unverständlich“. Nicht anders Hans Niessl, Präsident von Sport Austria: Der ehemalige Landeshauptmann Burgenlands verwies auf die Folgeschäden für Kinder, denen Bewegung im organisierten Sport verwehrt bleiben würde. Zuletzt suchten Dachverbände nach digitalen Alternativen – allein: Eine Lösung stellt das nur kurzfristig dar.

Der Tiroler Robert Deflorian, lange Jahre selbst Fußballer und Skifahrer, später Nachwuchstrainer, wollte sich nicht mit stiller Kritik begnügen. Im Zuge einer Online-Petition („Lasst die Nachwuchs- und Breitensportler wieder ihren Sport ausüben!“) wandte sich der Volderer an das Bundesministerium, der Erfolg war ihm gewiss: Binnen einer Woche sammelte der zweifache Familienvater 16.256 Stimmen. Seine Forderungen: Lassen Sie zumindest einen Trainingsbetrieb zu! Öffnen Sie die Sportanlagen! „Schon im Frühjahr störte mich der Lockdown im Sport“, begründete Deflorian seine Initiative. Die Alternative für Kinder seien oftmals elektronische Endgeräte. Für Deflorian stellt die Situation „ein Verbrechen an Kindern und Jugendlichen“ dar.


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