Innsbruck verliert sich noch in Details bei Studenten-Campus

Am 23. November soll die Marschroute für studentisches Wohnen festgezurrt werden. Gemeinnützige Bauträger präsentierten gestern ihre Vorschläge.

Die Wohnungssuche ist für die Studierenden in Innsbruck meist die schwerste und teuerste Prüfung.
© Böhm

Von Peter Nindler

Innsbruck – 50 Millionen Euro sind für studentisches Wohnen aus dem Landesbudget für Innsbruck reserviert. Nach Jahren des Zauderns soll jetzt endlich etwas weitergehen. Gestern gab es erneut eine Besprechung. Mit am Tisch saßen neben Wohnbaulandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) und dem grünen Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi diesmal Vertreter von gemeinnützigen Bauvereinigungen wie Neue Heimat und Tigewosi. Das hatte einen besonderen Grund: Das Land will sich nämlich bei der Umsetzung nicht alleine auf die Innsbrucker Immobiliengesellschaft IIG verlassen.

1500 Studentenwohnungen könnten an zumindest fünf Standorten errichtet werden. Neue Heimat und Tigewosi präsentierten gestern bereits Varianten für eine zeitnahe Realisierung. Da gibt es etwa ein 4250 Quadratmeter großes Grundstück im Westen von Innsbruck, das ins Auge gefasst wird. Oder ein Projekt in Innsbruck/Pradl. Die gemeinnützige Frieden bringt sich als Bauträger ebenfalls ein wie die IIG mit dem Sandwirt-Areal (Reichenau) oder dem Schlachthof-Block.

Palfrader macht beim studentischen Wohnen Druck

Palfrader erhöhte Dienstag den Druck. Schließlich hatte das Land zuletzt vielfach den Eindruck, die Politik und die Raumplanung in der Stadt Innsbruck verlieren sich in zu vielen Detailfragen, obwohl noch nicht einmal die Grundsatzbeschlüsse gefasst wurden. Deshalb hat Palfrader für 23. November eine weitere Sitzung anberaumt, in der die Eckpfeiler der fünf Wohnareale für die Studenten festgezurrt werden sollen. Ihr Ziel: Jene Wohnanlagen, die sich am schnellsten bauen lassen, werden paktiert.

Die politischen Störfeuer nahmen in den vergangenen Wochen zu, auch aus der Landes-ÖVP wurden von der Landtagsabgeordneten Sophia Kircher in regelmäßigen Abständen Breitseiten gegen den Innsbrucker Bürgermeister abgefeuert. Das sorgt im Hintergrund naturgemäß für Diskussionen. Bei den Grünen ist man ob „Kirchers Profilierungsversuchen“ mehr als verwundert, zumal das studentische Wohnen für die Stadt-ÖVP bisher kaum Priorität hatte. Im Gegenteil: Sie ließ Bürgermeister Georg Willi bei der Ausweisung von dringend benötigten Vorbehaltsflächen für den sozialen Wohnbau sogar lautstark anrennen.


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