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Vom Mont Blanc bis zum Brenner: Ein Griss um die Grenzen im Gebirge

Gehört der Mont-Blanc-Gipfel nur Frankreich oder auch Italien? Warum verläuft eine Tiroler Grenze durch eine Hütte? Und wieso wollen Experten den Grenzverlauf am Brenner ändern? Im Gebirge wird immer wieder vermessen und oft hart verhandelt.

Gipfelstreit. Italien will ein Stück vom Gipfel des Mont Blanc, aber Frankreich beansprucht ihn allein für sich.
© iStock, Holzer, Steinkellner, APA/dpa

Von Matthias Christler

Zwei Nachbarn können sich noch so gut verstehen, ein Zaun muss trotzdem sein. Und wehe, wenn ein Strauch drüberhängt. Oder wenn gar der Zaun um ein paar Zentimeter verschoben werden soll. Dann werden aus den nettesten Nachbarn die größten Streithähne. Wie passend, dass der Hahn als Symbol Frankreichs gilt. Seit Jahrzehnten liegen die Franzosen mit Italien im Clinch, weil an einem Punkt des „Zauns“ genau der umstrittene Mont Blanc liegt. In französischen Karten macht die Grenze eine Kurve um den Gipfel und somit gehört dieser nur Frank­reich. In italienischen Karten verläuft die Grenze genau über den Gipfel und dieser gehört daher beiden Ländern zu gleichen Teilen. Bei diesem Kartenspiel haben die Franzosen dank eines Vertrags aus 1860 und Bestimmungen aus der Friedenskonferenz von 1946 zwei Asse im Ärmel, die ihre Sichtweise untermauern.

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