Situation spitzt sich zu: 295 Personen in Tirols Altenheimen infiziert

Situation in kritischen Infrastrukturen spitzt sich weiter zu. In Videokonferenz mit Bezirkshauptleuten war Schutz der Risikogruppen ein zentrales Thema.

In den Spitälern und den Intensivstationen könnten nächste Woche die Kapazitätsgrenzen vorerst erreicht werden.
© AFP

Von Peter Nindler

Innsbruck – Da passt etwas mit den Ankündigungen nicht zusammen. Und das weiß die Landesregierung: In Tirols Alten- und Pflegeheimen hat sich das Coronavirus festgesetzt. Das sollte eigentlich seit Beginn der Pandemie verhindert werden, doch jetzt ist die Verbreitung massiver als befürchtet. Am Mittwoch trommelten Landeshauptmann Günther Platter und Tirols oberster Beamter, Landesamtsdirektor Herbert Forster, deshalb die Bezirkshauptleute zu einer Videokonferenz zusammen. Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen ist die Lage in den Behörden mehr als angespannt. Mittwoch wurde vereinbart, alle zur Verfügung stehenden Ressourcen für die Bewältigung der Corona-Pandemie einzusetzen.

Landeshauptmann GüntherPlatter: „Es muss alles getan werden, um den größtmöglichen Schutz der Risikogruppen sicher­zustellen.“
© Thomas Boehm / TT

Die Behörden sollen sich bei der Kontaktnachverfolgung noch stärker auf die positiv getesteten Personen konzentrieren, auch der Schutz der Risikogruppen soll laut Platter noch stärker in den Vordergrund gerückt werden. Hier besteht akuter Handlungsbedarf.

Denn aktuell sind in den 92 Alten- und Pflegeheimen 295 Personen mit dem Coronavirus infiziert – 128 Mitarbeiter sowie 167 Heimbewohner. 22 Heimbewohner, für die ein positives Coronavirus-Testergebnis vorliegt, werden derzeit stationär behandelt. „Es muss alles getan werden, um den größtmöglichen Schutz der vulnerablen Bevölkerungsgruppen, also älterer Menschen und solcher mit Vorerkrankungen, sicherzustellen. Sowohl in den Alten- und Pflegeheimen als auch in der ambulanten Betreuung“, fordert Günther Platter. Wenn man diese Corona-Pandemie erfolgreich bekämpfen wolle, müsse diesem Bereich das Hauptaugenmerk gelten.

Es ist eine unmissverständliche Botschaft des Landeshauptmanns, denn so haben es sich die Verantwortlichen nicht vorgestellt. Schließlich wollte Tirol mit Schwerpunkttestungen Vorreiter in diesem Bereich sein.

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"Es brennt der Hut“

Die Spitäler kämpfen vorwiegend mit Ausfällen bei den Mitarbeitern. Allein in den Tirol Kliniken mit dem Landeskrankenhaus Innsbruck sowie den Spitälern in Hall sowie Natters/Hochzirl haben seit Anfang Oktober 150 im Dienst befindliche Mitarbeiter eine Corona-Infektion gemeldet. Dazu kommen noch ungefähr 100, die sich während der freien Tage angesteckt haben. Aber diese werden nicht offiziell erfasst.

Im Landeskrankenhaus Innsbruck werden derzeit neun Stationen für die Behandlung von Corona-Patienten bereitgestellt, in Hall sind es vier. „Die Situation ist besorgniserregend. Es brennt der Hut“, fasst der Innsbrucker Infektiologe und Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin, Günter Weiss, gegenüber der APA die Corona-Situation im Allgemeinen und jene in den Krankenhäusern zusammen.


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