Steirer wegen Mordes an 16-Jähriger zu lebenslang verurteilt

Ein Weststeirer ist am Mittwoch wegen Mordes an einer 16-Jährigen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er soll die Jugendliche gefesselt und erstickt haben. Der Angeklagte behauptete stets, es sei Tötung auf Verlangen gewesen, doch die Geschworenen entschieden einstimmig auf Mord und verhängten die Höchststrafe. Zusätzlich wurde die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verfügt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der mittlerweile 42-Jährige und die Schülerin hatten sich erst zwei Monate vor der Tat kennengelernt, als sie mit ihrem Vater in dasselbe Haus in Deutschlandsberg zog, in dem auch er wohnte. „Es entwickelte sich eine Freundschaft zwischen den beiden, und er war eifersüchtig auf ihre Bekanntschaften und Freunde“, sagte Staatsanwalt Hansjörg Bacher. Die Jugendliche sei „lebensfroh und kontaktfreudig“ gewesen, beschrieb der Ankläger. Sie habe sich leicht verliebt und war „am Boden zerstört, wenn eine Beziehung in die Brüche gegangen ist“, führte er weiter aus.

Als sie wieder einmal heftig unter Liebeskummer litt, traf sie sich mit dem Angeklagten in seiner Wohnung. Nach Angaben des Mannes soll sie ihn gebeten haben, ihr beim Selbstmord zu helfen. Tabletten benebelten das Mädchen, und er erstickte schließlich die 16-Jährige. „Ich habe es gemacht, blitzschnell“, gestand er. Und es sei „falsch gewesen, so falsch, wie etwas nur sein kann“. Während der Tat sah er das aber nicht ganz so. Er betonte, das Mädchen habe nicht mehr leben wollen.

Als Zeuge wurde am Mittwoch ihr letzter Freund gehört, der ungefähr drei Wochen mit der 16-Jährigen zusammen war. Es sei eine „intensive Beziehung“ gewesen, betonte der Zeuge. Er beschrieb die Jugendliche als „sehr lebendig, immer eine gute Schülerin“, die sogar nebenbei gearbeitet habe, „um etwas zu sparen für später“.

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„Können Sie sich vorstellen, dass sie Selbstmord begehen wollte?“, fragte Richterin Gudrun Schmitt. „Nein, das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, sie hat nie Andeutungen gemacht.“ Allerdings habe sie schon noch Gefühle für ihren vorigen Freund gehabt. „Ich habe ihr gesagt, sie soll sich entscheiden, ich mische mich da nicht ein“, gab der Zeuge an.

Das Mädchen hatte ihn per SMS gefragt: „Was würdest du nie im Leben für mich tun? Mich umbringen?“ Doch das sei „eher als Spaß“ gemeint gewesen, war der Mann überzeugt.

Auch der Wirt eines Lokals, in dem die 16-Jährige oft mit dem Angeklagten war, wurde befragt. „Sie war ein sehr fröhlicher Mensch mit einer herzlichen Art“, beschrieb der Zeuge. Allerdings habe er bei ihr Stimmungsschwankungen bemerkt, die sich manchmal in Weinkrämpfen geäußert hätten.


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