EWR starten Umrüstung und senken die Tarife

Die EWR starten 2021 die Umrüstung auf digitale und fernauslesbare Stromzähler. Die Investitionen gehen weiter, die Strompreise sinken.

Sechs Millionen Euro investierten die Elektrizitätswerke Reutte heuer in die Versorgungssicherheit.
© Ginther

Von Simone Tschol

Reutte – „Die Elektrizitätswerke Reutte werden für das Jahr 2021 die Energiepreise senken“, lässt Vorstand Christoph Hilz wissen. Für Privatkunden zum Beispiel betrage die Preissenkung 2,8 Prozent. Hilz: „Das führt vor allem in der aktuellen Situation zu einer Entlastung der Kunden.“ Die staatlich regulierten Netzentgelte sowie die gesetzlichen Abgaben und Umlagen werden erst Ende 2020 gesetzlich festgelegt und können dann unter www.ewr-energie.com oder im Kundencenter in Reutte eingesehen werden.

Um sich vor einer neuerlichen Strompreissteigerung abzusichern, bieten die EWR zudem Fixtarife bis zum 31. Dezember 2022 an.

„Wir begrüßen auch das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz, das 2021 in Kraft tritt. Das Ziel, den Stromverbrauch bis 2030 durch 100 % erneuerbare Energien abzudecken, bedeutet für unser Unternehmen weitere Investitionen in den Ausbau unserer Kraftwerkskapazitäten. Aktuell wird beispielsweise das Kraftwerk Kniepass erneuert, in das wir rund 13,7 Millionen Euro investieren. Aber auch Energieträger wie Wind und Photovoltaik werden zunehmend an Bedeutung gewinnen“, ist sich Hilz sicher.

Die Preise für Erdgaskunden bleiben 2021 stabil, aber auch auf diesem Geschäftsfeld wird es eine Neuerung geben. Im neuen Jahr bieten die Elektrizitätswerke einen klimaneutralen Erdgastarif an, mit dem weltweite Klimaschutzprojekte unterstützt werden, um CO2-Emissionen zu neutralisieren.

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Eine Herausforderung wird das kommende Jahr vor allem im Bereich Infrastruktur. Dann nämlich starten die EWR mit dem Umstieg auf fernauslesbare digitale Stromzähler – so genannte Smart Meter. Hilz: „Anfang 2021 werden die ersten Zähler in Reutte und Breitenwang umgerüstet. Im Gegensatz zu mechanischen Stromzählern erlauben Smart Meter eine detailliertere Auswertung des Verbrauchsverhaltens.“ Mit den dadurch gewonnenen Daten könnten zum einen bessere Verbrauchs- und Prognosestatistiken erstellt werden. Zum anderen hätten Kunden auch die Möglichkeit, Energiefresser zu identifizieren, den Smart Meter in eine Smart-Home-Umgebung einzubauen sowie über ein Energiedatenportal ihren Stromverbrauch zu überwachen. Die Umrüstung auf Smart Meter ist ein­e europaweite Verordnung. In Öster­reich sollen bis 2022 95 Prozent der Haushalte auf intelligent­e Stromzähler umgerüstet werden. Das heißt, nach und nach werden alle Zähler im Netzgebiet durch Smart Meter ersetzt.

Heuer investierten die EWR rund sechs Millionen Euro in ihre Netze – mit dem Ziel, sowohl die Versorgungssicherheit als auch die Übertragungskapazität kontinuierlich zu erhöhen. Großprojekte sind dabei beispielsweise die Verkabelung des Lechtals von Elbigenalp bis Steeg, die Vorbereitung des Smart-Meter-Rollouts sowie die Erneuerung der 25-kV-Anlage im Bereich der EWR-Zentrale.

Weitere zwei Millionen Eur­o wurden im Unternehmensbereich Erdgas aufgewendet. So wurden rund 7,6 Kilometer Erdgas­leitungen verlegt und 138 neue Kunden an das Erdgasnetz angeschlossen.

Auch im kommenden Jahr sollen die Investitionen ungebremst weitergehen: Weitere acht Millionen Euro fließen beispielsweise in den Neubau des Umspannwerkes Plansee oder in die Verkabelung von Freileitungen im Zwischentoren und oberen Lechtal. Zusätzliche zwei Millionen Eur­o werden in die Erweiterung des Erdgasnetzes investiert.


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