Armenien: Mordanschlag auf Premier und Putsch vereitelt

Die armenischen Behörden haben eigenen Angaben zufolge einen Mordanschlag auf Ministerpräsident Nikol Paschinian verhindert. Wie der Sicherheitsdienst des Landes (NSS) mitteilte, wollte eine Gruppe von Ex-Spitzenfunktionären auf diese Weise die Macht ergreifen. Paschinian steht wegen der umstrittenen Waffenruhe im Berg-Karabach-Konflikt unter starkem innenpolitischen Druck, ist diese doch mit Gebietsabtretungen an das verfeindete Aserbaidschan verbunden.

Wegen der Umsturzpläne wurden der ehemalige NSS-Chef Artur Vanetsian der ehemalige Klubchef der oppositionellen Republikanischen Partei, Vahram Bagdasarian sowie der freiwilige Kämpfer Aschot Minasian festgenommen, hieß es. „Die Verdächtigen planten, sich die Macht illegal anzueignen, indem sie den Ministerpräsidenten ermordeten. Es wurde auch schon über Kandidaten für seine Nachfolge diskutiert“, hieß es vom NSS.

Paschinian hatte diese Woche gesagt, dass die Waffenruhe der einzige Weg sei, weitere Gebietsverluste zu verhindern. Er übernehme die Verantwortung dafür, lehne aber einen Rücktritt ab. Die Waffenruhe sieht auch die Entsendung von 2.000 russischen Friedenssoldaten in und um die Region Berg-Karabach vor. Es handelt sich um eine von Armeniern bewohnte Exklave innerhalb Aserbaidschan. Seit den 1990er Jahren hatten Armenier neben der Exklave selbst auch eine Verbindung über aserbaidschanisches Territorium nach Armenien gehalten. Im jüngsten Konflikt ging nicht nur diese Territorialverbindung verloren, sondern auch große Teile Berg-Karabachs.

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