Nur draußen gibt’s Abenteuer: Diese Bergbücher inspirieren zur nächsten Tour

Zeit zum Lesen gibt’s jetzt ja genug. Vielleicht bietet sich das ein oder andere neue Bergbuch aber auch als Weihnachtsgeschenk an. So oder so: Jetzt wird das nächste Abenteuer geplant.

Ein traumhaftes Bild von einer Skitour auf den Edigon in den Karnischen Alpen. Thomas Mariacher hat in einem neuen Führer 200 Ziele für Wintersportbegeisterte in Osttirol und Oberkärnten zusammengefasst.
© Mariacher

Von Irene Rapp

Innsbruck – Passionierte Skitourengeher haben den Schneefall im Oktober bereits für die erste Tour genützt. Doch der nächste traumhafte Wintertag kommt bestimmt und wer dann hoch hinaus will, findet im Führer „Leichte Skihochtouren“ von Michael Pröttel jede Menge Vorschläge dafür.

35 Touren am Tiroler Alpenhauptkamm über einer Höhe von 2500 Metern werden beschrieben und „leicht“ ist nicht übertrieben. Denn es braucht dafür keine Hochtourenausrüstung (Seil, Pickel etc.), zudem sind keine Steilrinnen oder Kletterpassagen zu bewältigen. Ideal also für fortgeschrittenere Tourengeher, die im Gelände einmal ein wenig höher hinaus wollen. Plus: Ein Ausgangspunkt/zwei Ziele lautet die umweltfreundliche Devise, Übernachtung im Tal oder Winterraum einer Hütte inklusive. Zweites Plus: die Karten mit farblich gekennzeichneter Angabe über die Hangneigung.

📚 Hoch hinaus

Leichte Skihochtouren: 35 hohe Ziele in den Ostalpen mit schier endlosen Abfahrten: von Michae­l Pröttel, Bruckmann-Verlag/München 2020, ca. 20 Euro.

Den Verlag Kompass bringen viele mit umfangreichem Kartenmaterial für Berg-, Fahrrad- und Skitouren in Verbindung. Jetzt hat das in Innsbruck angesiedelte Unternehmen eine Kombination aus Bildband und Führer herausgegeben. „Dein Augenblick. Die Alpen“ lautet der Titel des rund 300 Seiten umfassenden Werks.

Zu finden sind 40 Ziele quer über den gesamten Alpenbogen – los geht es bei den Calanques von Cassis in Frankreich, Schluss ist im östlichen Wienerwald. Die einzelnen Touren werden ausführlich beschrieben, samt vielen Bildern (nicht auf Hochglanz, sondern mattem Papier) und großzügigem Kartenmaterial (so dass man das Umfeld der jeweiligen Tour auch noch erforschen kann). Plus: Zu jedem Tourenvorschlag gibt es einen Tipp, wie das perfekte Bergfoto gelingt.

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📚 Bildband und Führer

Dein Augenblick. Die Alpen. 40 Wanderziele, die dich ins Staunen versetzen: Kompass-Verlag/Innsbruck 2020. Preis: ca. 40 Euro.

Am 16. November 1920 übernahm Rudolf Rother den Bergverlag, um „den Menschen im Tiefland Wege zu weisen zu den Höhen der sommerlichen und winterlichen Berge“. Seitdem haben unzählige Autoren Tourenführer für die ganze Welt verfasst: Markenzeichen wurde das Kleinformat mit rot gehaltenem Cover.

Zum Jubiläum fassen einige der Autoren 100 Lieblingstouren im Wanderführer „Alpen“ zusammen. In bewährter Art und Weise werden die Tipps vorgestellt und präsentiert, nicht im üblichen Kleinformat, sondern ein wenig größer. Plus: Für unterwegs kann die App-Version in der Rother Touren App freigeschaltet werden.

📚 Happy Birthday

Rother Jubiläums-Wanderführer Alpen. 100 Touren-Highlights: Bergverlag Rother, München 2020, 293 Seiten, ca. 15 Euro.

Keinen Führer, sondern eine Zusammenfassung einiger seiner Abenteuer mit dem Rad liefert der Bildband „Mountainbike-Träume“ von Gerhard Czerner. Der Deutsche ist seit Jahren auf der ganzen Welt unterwegs, um ferne Länder und Kulturen zu „erfahren“. Seine Beschreibungen sind packend, sein Zugang zu fremden Kulturen offen.

Zwischen den Zeilen kann man auch herauslesen, dass die Abenteuer Czerner reifen lassen haben, auf vielerlei Ebenen. Vom höchsten Berg Marokkos radeln oder um den Berg Khawa Karpo in China: Manchmal muss man seine Komfortzone verlassen, um Unvorstellbares zu erleben. Plus: Die traumhaften Aufnahmen von Martin Bissig, die entlegene Winkel, die möglicherweise noch nie ein Mountainbike gesehen haben, zeigen.

📚 Viele Abenteuer

Mountainbike-Träume. Berge, Wüsten und Vulkane – Abenteuer auf der ganzen Welt: Bruckmann-Verlag, München 2020, 240 Seiten, 220 Abbildungen, 36 Euro.

Dem Karnischen Kamm ist das aktuelle Alpenvereinsjahrbuch gewidmet. Die Gebirgsgruppe zwischen Österreich und Italien war vor allem während des Ersten Weltkriegs Schauplatz heftiger Auseinandersetzungen zwischen Österreichern und Italienern. Noch heute zeugen Schützengräben, Friedhöfe und Bomben im Wolayersee von der traurigen Vergangenheit.

Das Jahrbuch geht aber nicht nur auf dieses Detail ein, sondern auch auf die Geologie des Gebietes oder das Lesachtal, das von Abwanderung und sinkenden Geburtenzahlen betroffen ist. Ebenfalls Teil des Jahrbuchs: Wie geht man mit wachsenden Nutzungskonflikten – z. B. Wanderer/Mountainbiker – um? Und was tun gegen eine wachsende Zahl von Hobbysportlern, die fahrlässig über ihre Grenzen hinausgehen und nicht nur sich, sondern auch ihre Retter gefährden? Plus: ein Buch mit 250 Seiten, also viel, viel Lesestoff.

📚 Lesestoff genug

BergWelten Karnischer Kamm. BergFokus Wandern: Herausgeber Deutscher, Österreichischer und Südtiroler Alpenverein. Erschienen im Tyrolia-Verlag, Innsbruck 2020. Preis: ca. 20 Euro.

„Lieber Reinhold! Ich schreibe Dir heute nach Tibet, obwohl ich nicht weiß, ob Dich dieser Brief je erreichen wird.“ Diese Zeilen stammen von Maria Messner, Mutter von Reinhold Messner, der 1980 wieder einmal Abenteuer suchte. Doch wie war das früher, wenn Bergsteiger monatelang von den Familien getrennt waren und es noch kein Satellitentelefon gab? Reinhold Messner, der bereits an die 50 Bücher verfasst hat, geht in seinem neuen Buch auf dieses Thema ein. Und schon der Titel „,Gehe ich nicht, gehe ich kaputt. Briefe aus dem Himalaja“ drückt die oftmalige Zerrissenheit jener aus, die in die Welt gezogen sind.

Auf der einen Seite die Sehnsucht nach dem Unbekannten, auf der anderen die Sorge um die Daheimgebliebenen. Doch Messner veröffentlicht nicht nur eigene Zeilen. So z. B. liest man von Albert Frederick Mummery, der 1895 am Nanga Parbat beim Versuch einer Erstbesteigung starb: „Ich glaube kaum, dass uns der Nanga mit ernsthaften, bergsteigerischen Schwierigkeiten kommen wird.“ Plus: Die Zeilen der längst Verstorbenen zeigen die Anfänge des Bergsteigens im Himalaja. Und Reinhold Messners Zeilen verraten einiges von einem Menschen, der nicht unumstritten ist.

📚 Persönliche Zeilen

Reinhold Messner: „Gehe ich nicht, gehe ich kaputt.“ Briefe aus dem Himalaja: erschienen im Malik-Verlag/München 2020, rund 70 Seiten, ca. 24 Euro.

Und nun noch einmal zurück in den Winter. Der Lienzer Berg- und Skiführer Thomas Mariacher hat schon einige Führer über Osttirols Bergwelt verfasst. In seinem neuesten Buch fasst er nun – passend für einen bevorstehenden traumhaften Winter – 200 Skitourenziele in seiner Heimat Osttirol bzw. einige auch aus dem benachbarten Oberkärnten zusammen.

Plus: Dass Mariacher schon seit 30 Jahren viel unterwegs ist, zeigen die informativen Bilder. Denn auf zahlreichen davon sind u. a. Aufstiegsweg und mitunter Abfahrtsvarianten eingezeichnet. Interessant auch die Leiste mit Angaben zu Schwierigkeit, Gehzeit usw.

📚 200 Ziele

Skitouren in Osttirol und Oberkärnten: von Thomas Mariacher, Tyrolia-Verlag, Inns­bruck 2020, rund 500 Seiten, 37,95 Euro.


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