ÖFB-Teamchef Foda vor Spiel gegen Norwegen: „Es fehlt Respekt vor Gegnern“

Die ÖFB-Elf greift heute (20.45 Uhr, TT.com-Live-Ticker) gegen Norwegen nach dem sechsten Sieg in Serie und dem Aufstieg in die A-Gruppe. Von Euphorie fehlt trotzdem jede Spur.

Anführer Franco Foda schreitet mit seiner Mannschaft dem sechsten Sieg in Serie sowie dem Gruppensieg in der Nations League entgegen – trotzdem kam zuletzt Kritik an der Spielweise auf.
© gepa

Von Tobias Waidhofer

Wien – Man könnte die immer wieder laut werdende Kritik am österreichischen Fußball-Nationalteam als ein Jammern auf hohem Niveau abtun. Fakt ist nämlich, dass die ÖFB-Elf ihre Nations-League-Gruppe anführt, fünf Spiele in Serie gewonnen hat und 2020 gar sechs von sieben Spielen für sich entschieden hat.

Die Art und Weise vieler Siege – auch wieder beim faden 2:1 gegen Nordirland – ließ zuletzt das ein oder andere Medium über das Ziel hinausschießen. Nach einem Sieg von einer „Blamage“ zu sprechen, scheint wahrlich übertrieben – die Augen davor zu verschließen, dass Rot-Weiß-Rot dieser Tage so weit von attraktivem Angriffsfußball entfernt ist wie aktuell die Touristen von der Innsbrucker Altstadt, wäre aber auch die falsche Strategie.

Es war auch nicht der Fall, dass Teamchef Franco Foda in dieser Gemengelage gestern komplett die Fassung verlor, aber man merkte dem 53-Jährigen an, dass ihm vieles in der Analyse des Nordirland-Spiels nicht gefallen hatte: „Es fehlt Respekt vor den Gegnern“, begann Foda. „Oder glauben Sie, dass Nordirland nicht in der Lage ist, sechs Pässe in Folge an den Mann zu bringen?“ Man sei natürlich nicht blind und wisse, dass man „besser spielen“ könne. Es sei aber schwierig, weil die Gegner gegen die ÖFB-Elf, die zuletzt fast immer als Favorit auf den Rasen geschritten war, auf Defensive setzten. Und eines dürfe man nicht vergessen: „Wir haben in den beiden letzten Spielen fünf Tore erzielt.“

„Wir haben in den letzten Jahren immer gesehen, dass man in Schönheit sterben kann“, meinte dazu Kapitän Julian Baumgartlinger. „Wir wollen in erster Linie gewinnen, und das haben wir zuletzt gemacht.“ Auch gegen die norwegische Notelf wird Österreich heute (20.45 Uhr, live ORF 1) als Favorit auf den Rasen schreiten – es reichen dabei ein Remis und sogar eine 0:1-Niederlage für den Gruppensieg und den Aufstieg in die A-Gruppe, wo Gegner wie Deutschland, Spanien und Co. warten würden.

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„Wir wollen unbedingt gewinnen, unabhängig davon, in welcher Konstellation Norwegen spielt. Entscheidend ist, dass wir so auftreten wie in Norwegen“, fordert Teamchef Foda. Von den Turbulenzen beim Gegner will er sich nicht zu sehr beeinflussen lassen. „Für uns ändert sich nichts an der Ausgangsposition. Wir hatten immer den Plan, das Spiel zu gewinnen. Wir sind Favorit, dementsprechend müssen wir auftreten.“

Nicht nur deshalb, sondern auch wegen seines starken Joker-Auftritts gegen Nordirland wird heute wohl Marko Arnautovic in die Startelf zurückkehren, vielleicht sogar in einer Art Doppelspitze mit Frankreich-Legionär Adrian Grbic, dem er zuletzt gegen die Briten einen Treffer aufgelegt hatte. So oder so winkt heute der sechste Sieg in Serie – so viele hat Franco Foda seit seinem Antritt 2017 noch nie geschafft.


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