Tiroler Finanzexperte: „Märkte brauchen keine Retter“

Aktienmärkte brauchen keine Förderprogramme, Finanzexperte Posselt sieht bereits Aufschwung.

Ein Impfstoff könnte den Aktienmarkt in Schwung bringen.
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Innsbruck – Während sich Bevölkerung und Wirtschaft gerade auf den zweiten Lockdown einrichten, zeigen sich die Börsen unbeeindruckt, sagt Michael Posselt, Fachgruppenobmann der Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer Tirol. Ein Grund dafür könnte die Ankündigung des ersten Covid-Impfstoffes durch das deutsch-amerikanische Unternehmen BioNTech sein, vermutet der Experte.

Doch nicht nur das sei für die schwache Reaktion an den Börsen verantwortlich. Die Wirtschaft in Asien – insbesondere in China, das die Pandemie bereits wieder weit hinter sich gelassen hat – befindet sich schon wieder im Wachstumsmodus. Und auch die Wirtschaftsdaten der USA würden wieder Positives verheißen. Auch wenn die Arbeitslosenzahlen oder das Bruttoinlandsprodukt noch schlecht sind. Das sind rückwärtsgerichtete Daten, sagt Posselt. Entscheidend für die Märkte sei jedoch die Zukunft. „Dort sieht es für einige Unternehmen sehr gut aus und deswegen steigen die Aktien“, so Posselt.

Michael Posselt
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Die Anlegerstimmung befinde sich dagegen weiter im „tiefroten Bereich“. „Dabei geben die Märkte die Richtung vor und diese ist nicht von einem Impfstoff abhängig.“ Dieser dürfte zu einer schnelleren Erholung der Wirtschaft beitragen, er sei jedoch nicht Bedingung für zukünftiges Wachstum. Ebenso wenig wie die zahlreichen Stützungen und Förderungsprogramme der Regierung und anderer supranationaler Einrichtungen, erklärt Posselt. Denn die Märkte brauchen keinen externen Retter.

„Gerade die Anfangsphase sollten Anleger nicht verpassen, denn diese Renditen holt man auch im langfristigen Verlauf nicht mehr auf.“ Wer doch noch einen herben Rückschlag befürchtet, dem sollte bewusst sein, dass die überlegenen Renditen am Aktienmarkt seit 1926 alle großen Krisen beinhalten. Der langfristige Vermögensaufbau werde dadurch nicht gefährdet. Solange man nicht den Fehler begeht und am Tiefpunkt bestehende Positionen verkauft oder den Einstieg verpasst. (TT)


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