Virtueller Nikolo als Ehrengast: Tiroler Alternativ-Ideen im Lockdown

Heuer wird der Nikolaus nicht nach Hause kommen. Dafür gibt es viele Alternativ-Ideen für die Feier im engsten Kreis und ein bisschen freiheitliche Entrüstung.

Auf den Nikolausumzug (auf dem Bild in Innsbruck) muss heuer verzichtet werden. Eltern müssen mit ihren Kindern alleine feiern.
© Böhm Thomas

Von Wolfgang Otter

Innsbruck – „Er wird kommen, aber eben anders.“ Die Botschaft des Pressesprechers der Diözese Innsbruck, Michael Gstaltmeyr, ist ein echter Lichtblick für alle Kinder und Familien. Mitten in die Vorbereitungen für einen „kontaktlosen und distanzierten“ Auftritt rund um den 6. Dezember platze für viele Nikoläuse und ihre Begleiter der harte Lockdown. Die Frage, ob der heilige Mann von Myra (heutige Türkei) in seiner Berufsausübung „sehend“ zu den Kleinen kommen darf oder nicht, hat sich sofort erübrigt. Hausbesuche des „guten braven Mannes“ sind samt und sonders abgesagt, aber der Kreativität damit keine Fesseln angelegt.

Das zeigt das Beispiel der Katholischen Jungschar in der Erzdiözese Salzburg, zu der ein Teil Tirols zählt. Wolfgang Hammerschmid-Rücker kommt gerade von einem Videodreh, als er mit der TT telefoniert. Ab nächster Woche kann dieser „virtuelle“ Auftritt des Gabenbringers auf der Homepage (www.kirchen.net/Jungschar) angeschaut bzw. heruntergeladen werden. „Es soll eine Ergänzung zur Feier in der Familie sein“, sagt Hammerschmid-Rücker. Dabei wird der Nikolaus eine Grußbotschaft schicken und den Kindern erklären, warum er nicht persönlich vorbeischauen kann.

Für den Rest der Feier gibt es viele Vorschläge, Texte und Bastelanleitungen auf der Homepage zu finden. Wesentlich sei „die Botschaft, dass wir uns gegenseitig helfen und teilen sollen. Ich will das nicht überstrapazieren, aber in Zeiten wie diesen ist das sehr aktuell“, sagt Hammerschmid-Rücker. Eine Art des Nikolausauftrittes, den man sich auch in der Diözese Innsbruck vorstellen könnte. „Wir sind noch dabei, Ideen zu sammeln und einiges zu entwickeln“, sagt Gstaltmeyr.

In Vils können Kinder dem Nikolaus zuwinken

Einen Einfall hat die Landjugend Vils. Man wolle den Kindern eine kleine Freude bereiten, daher werde der Nikolaus an den Häusern vorbeikommen und die Geschenkssackerln vor die Tür legen. Die Kinder können ihm vom Fenster, vom Balkon, der Terrasse oder von der Haustüre aus zuwinken. (Anmeldungen an nikolaus.vils1@gmail.com). So hoffe man, den Kindern ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern zu können.

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Strahlende Kinderaugen möchte auch die FPÖ, wie sie in einer Presseaussendung meint. Sie fordert eine Corona-gerechte Erlaubnis „zur Durchführung dieses Höhepunkts der vorweihnachtlichen Traditionen. Wenn Hausbesuche schon nicht erlaubt sind, könnte man zumindest gestatten, dass sich die Familien mit dem Nikolaus im Freien treffen“, meinen Landesparteiobmann Markus Abwerzger und Bundesrat Christoph Steiner. Die Terminisierung des Lockdowns bis 6. Dezember sei zudem „ein Anschlag auf die Tradition“, fügt man noch entrüstet an.


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