Durchgehend Tempo 60: Lärmgebremste Imster Umfahrung

Die 80 km/h auf der Umfahrung sind Vergangenheit. Die BH erließ aufgrund eines verkehrstechnischen Gutachtens die Tempobremse. Anrainer begrüßen die Maßnahme und erhoffen auch eine Lärmreduktion.

Ein durchgehender 60er ist mittlerweile auf der gesamten Imster Umfahrung gültig. Am vergangenen Freitag wurde er ausgeschildert.F
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Von Alexander Paschinger

Imst – Autofahrer aufgepasst: Seit Freitag gilt auf der Umfahrung Imst durchgehend Tempo 60. Der Verkehrsplaner bestätigte in seinem Gutachten die positiven verkehrstechnischen Auswirkungen auf den Straßenabschnitt, nachdem das Baubezirksamt die Maßnahme ursprünglich im Sinne der Verkehrsflüssigkeit noch abgelehnt hatte. Am Freitag wurde das Geschwindigkeitslimit ausgeschildert. Anrainer und Stadtpolitik erhoffen sich einen Nebeneffekt – nämlich dass es entlang der Umfahrung auch leiser wird.

Seit Jahren klagen Anrainer zwischen dem Gasthof Neuner und dem Kreisverkehr Nord über die Lärmsituation entlang der Umfahrung. „2018 ergab eine Verkehrszählung an die 13.000 Fahrzeuge“, schildert der Imster Umweltreferent GR Norbert Praxmarer. „Es sind für die Leute weniger die neuen, leiseren Transit-Lkw, sondern insbesondere die Bau-Schwerfahrzeuge im Nahverkehr, die als besonders laut empfunden werden“, weiß er aus Gesprächen mit den lärmgeplagten Anwohnern. Für Autofahrer bedeutet das Tempolimit 35 bis 40 Sekunden längere Fahrzeit – „aber für Anrainer und Umwelt ist es viel mehr wert“.

Michael Pauli ist ein Anrainer im Bereich des Kreisverkehrs Auf Arzill. Er ist froh über das nun verhängte und ausgeschilderte Tempolimit: „Jedes Bemühen um eine Verbesserung ist zu begrüßen, aber es ist nur ein erster Schritt.“ Er bleibt bei seiner Meinung, dass die Stadt um eine Lärmmessung und ein Gesamtkonzept nicht herumkommen werde. Und er glaubt, dass letztlich, wenn die Urlauberströme wieder über diese Straße fahren, die Verlängerung der Lärmschutzwände notwendig sein werde. „Aber man muss jetzt einmal gratulieren. Für all jene, wo jetzt nur noch der 60er gilt, ist es eine Entlastung.“

Lärmmessungen und etwaige Schutzmaßnahmen waren in den vergangenen Jahren immer wieder Thema im Imster Gemeinderat. Erst eine Baustelle und die Erfahrungen der dort lebenden Anrainer brachten die Politik auf die Idee einer Temporeduktion. Als nämlich der Fußgängerübergang bei der Kugelgasse neu gebaut wurde. Da wurde der Verkehr an der Baustelle auf 60 Stundenkilometer heruntergebremst. „Wir erhielten dabei von den Anrainern die Information, dass es mit dem 60er sehr viel leiser wurde“, sagt Bürgermeister Stefan Weirather.

Lärm war aber für die Bezirkshauptmannschaft nicht der ausschlaggebende Punkt für den 60er, wie der stellvertretende Bezirkshauptmann von Imst, Andreas Nagele, gegenüber der TT betont: Es ging vielmehr um Verkehrssicherheit. „Das Baubezirksamt hatte die Temporeduktion noch anders bewertet.“ Dann wurde ein Verkehrsplaner zugezogen. Und der ließ eine Vielzahl an Parametern einfließen: von den Verkehrszahlen über Einmündungen, Einsehbarkeit, Sicherheit bis zum Bewuchs entlang der Straße. Mit dem Ergebnis, dass verkehrstechnisch ein 60er angebracht sei. „99,9 Prozent der Tempolimits fußen auf Leichtigkeit, Sicherheit und Flüssigkeit des Verkehrs“, erklärt Nagele. „Ansonsten hätte man noch prüfen können, ob eine Tempobremse aufgrund der Lärmsituation angebracht wäre“, so Nagele weiter.

„Dankenswerterweise“ habe die BH nun den 60er durchgesetzt, sagt der Imster Stadtchef. Denn im Sinne der Verkehrsflüssigkeit verstehe er die ursprünglich ablehnende Haltung des Baubezirksamtes. Immerhin gelten entlang der Mieminger Straße immer wieder Tempolimits. Etwa der 50er in Tarrenz, der 60er bei Walchenbach und Dollinger. Dass es nun in Imst neben mehr Sicherheit auch eine Lärmreduktion geben könnte, sieht er als „positive Begleiterscheinung“.

„Eigentlich“, meint Umweltreferent Praxmarer, gab es ohnehin nur noch einige wenige Straßenabschnitte, auf denen mit 80 km/h um Imst gefahren wurde: Die Kreisverkehre verlangten ebenso schon einen 60er wie auch die Feuerwehrausfahrt. Und auch die Schulwege entlang der Umfahrung werden somit sicherer. In den vergangenen Monaten stand Praxmarer immer wieder im Kontakt mit der BH wegen des Themas. Letztlich verdiene die Behörde Lob für ihr Engagement – denn eigentlich wären übergeordnete Straßenzüge auf erlaubte 100 Stundenkilometer ausgerichtet.


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