Lechtaler Koch Media setzt seine Einkaufstour weiter fort

Auf die Vertigo-Games-Akquisition im September folgt nun der polnische PC- und Konsolenspieleentwickler Flying Wild Hog. Kaufpreis: 119,8 Millionen Euro.

Das Headquarter von Koch Media liegt in Höfen direkt am Lech. Im Außerfern werden 180, weltweit schon 1800 Mitarbeiter beschäftigt.
© Koch Media

Höfen, Warschau – Die Koch Media Gruppe mit Sitz in Höfen, eine Tochtergesellschaft der schwedischen Embracer Group in Karlstad, hat Mittwochfrüh eine 100-prozentige Übernahme von Flying Wild Hog mit Sitz in Polen unterzeichnet – einem renommierten und unabhängig wachsenden polnischen Entwickler von PC- und Konsolenspielen, der bisherige Eigentümer war Supernova Capital LLP. „Diese Akquisition unterstreicht die Wachstumsambitionen von Koch Media nach der letzten Akquisition von Vertigo Games in Holland im September als führendem globalen Gaming-Konzern“, sagt CFO Reinhard Gratl.

Die Übernahme umfasst die drei Studios in Warschau, Rzeszów und Krakau, die aus mehr als 260 Personen bestehen und eine solide Plattform in einem wichtigen und wachsenden Markt für die Spieleentwicklung bieten. In Polen gibt es ein starkes Netzwerk an jungen und talentierten Entwicklern sowie eine Vielzahl an börsennotierten Unternehmen wie 11 bit studios, CD Projekt, PlayWay 27 oder Ten Square Games. „Die Übernahme eines der führenden unabhängigen Entwicklerstudios ist ein ganz großer strategischer Schritt mit entsprechender Perspektive für die Koch Media Gruppe“, freut sich Gratl im Headquarter Höfen gegenüber der TT.

Das Flying Wild Hog Studio wurde 2009 in Warschau gegründet und eröffnete 2016 ein weiteres in Krakau und 2018 ein drittes Studio in Rzeszów. Derzeit entwickeln die Mitarbeiter dort vier neue Spiele, die 2021 publiziert werden. Ein bereits angekündigtes Game ist „Shadow Warrior 3“.

235 Millionen Euro in Übernahmen investiert

Der Kaufpreis wurde mit 135,2 Millionen Dollar in Cash und 7,1 Millionen Dollar in Shares (gebunden auf fünf Jahre) überwiesen. Koch Media hat die komplette Summe von 142,3 Millionen US-Dollar (119,8 Millionen Euro) von der schwedischen Mutter Embracer als Eigenkapital zur langfristigen Stärkung der Gruppe in Cash erhalten. Zusammen mit Vertigo haben die „Höfener“ in den vergangenen zwei Monaten 235 Millionen Euro in Übernahmen investiert. Der Mitarbeiterstand von Koch Media stieg damit am Mittwoch um 260 Personen auf 1800 (plus17 Prozent) an 32 Standorten weltweit an.

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„Die Übernahme zeigt das große Vertrauen unserer börsennotierten Mutter in unsere strategischen Pläne“, freut sich der heimatverbundene Gratl: „Denn wir werden mit diesem strategischen Kauf in Polen vor allem den Standort Höfen weiter auf- und ausbauen, und unser Shared-Service-Center-Gedanke in Höfen kann auch bei dieser Akquisition die Stärken für die ganze Gruppe erfolgreich einbringen.“ Gratl will – antizyklisch zur allgemein gedämpften Wirtschaftslage – in Höfen mindestens 20 weitere hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen, die Mitarbeitersuche läuft. Derzeit sind im Außerfern 180 „Cookies“ beschäftigt. (hm)


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