Aserbaidschans Präsident auf Triumphzug in Berg-Karabach

Nach dem Waffenstillstand in Berg-Karabach hat Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew die von Armenien zurückeroberten Gebiete in der Kaukasusregion besucht. Zusammen mit seiner Frau begab er sich auf einen Triumphzug durch mehrere Städte, wie auf Foto- und Videoaufnahmen zu sehen war, die sein Büro am Dienstag veröffentlichte. Nach sechswöchigen Kämpfen hatten sein Land und Armenien unter russischer Vermittlung am 9. November ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen.

Alijew bejubelte das Abkommen in der vergangenen Woche als „Kapitulation“ des Gegners. Das Abkommen sieht vor, dass beide Kriegsparteien jene Gebiete behalten dürfen, in denen sie derzeit die Kontrolle haben - für Armenien bedeutet das große Gebietsverluste. In dem veröffentlichten Video kündigte Alijew an, er werde die für die Zerstörungen in der Region verantwortlichen Armenier vor „internationale Gerichte“ bringen.

Der Staatschef besuchte in Militärkleidung Städte, die von aserbaidschanischen Truppen zurückerobert worden waren. Seine Ehefrau Mehriban Alijewa, die Vize-Präsidentin Aserbaidschans ist, begleitete ihn.

In einem Video sagte der Staatschef, während er am Steuer eines gepanzerten Fahrzeugs saß: „Wir sind zurück in unserem Vaterland“, und fügte hinzu, dass es keinen autonomen Status für Berg-Karabach geben werde. „Aserbaidschan ist ein geeintes Land“, sagte er weiter. Das Video zeigte auch jubelnde Menschenmengen.

Berg-Karabach hatte während des Zerfalls der Sowjetunion einseitig seine Unabhängigkeit erklärt. Darauf folgte in den 1990er Jahren ein Krieg mit 30.000 Todesopfern. Die selbsternannte Republik wird bis heute international nicht anerkannt und gilt völkerrechtlich als Teil Aserbaidschans. Sie wird aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt. Die Kämpfe waren Ende September wieder voll entbrannt. Seither wurden nach Angaben beider Seiten mehr als tausend Menschen getötet.

Nach dem Ende der Kämpfe in der Konfliktregion Berg-Karabach haben Armenien und Aserbaidschan die Leichen von etwa 200 getöteten Soldaten ausgetauscht. Das sagte Peter Maurer, Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), am Dienstag der russischen Staatsagentur Ria Nowosti. Priorität sei es nun, nach weiteren Gefallenen in der Region zu suchen und die Leichen zu bergen. Der Austausch erfolgte demnach in Anwesenheit des IKRK und russischer Friedenstruppen


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