Silberhoamat Schwaz: Aus drei Heimen wurde eine große Familie

Im Altenheimverband Silberhoamat Schwaz wird das Miteinander groß geschrieben. Das ist auch im neuen Raumkonzepten spürbar.

Gut 1,5 Jahre dauerte es den Zubau am Knappenanger letztlich zu errichten.
© Silberhoamat

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Eine Pflegerin schneidet gerade mit zwei Bewohnerinnen Gemüse. Ein großer Kochtopf steht schon auf dem Herd. Zeit fürs Mittagessen. Doch im neuen Zubau am Altenwohnheim Knappenanger setzen sich die Bewohner nicht einfach an den gedeckten Tisch. Sie können selbst mithelfen, kochen, eindecken – sofern sie das wollen. „So findet mehr Alltag für die Bewohner statt. Und wenn der Wohnbereich nach Essen duftet, ist der Appetit oft ein anderer“, weiß Andreas Mair, GF der Silberhoamat.

Das neue Konzept des offenen Wohnraumes als Zentrum des Geschehens kommt gut an. Es wird zusammen die Wäsche gemacht, ein Speiseplan geschrieben, gekocht und ein Stück Alltag ins Wohnheim gebracht. „Der ein oder andere fühle sich so einfach mehr gebraucht und heimeliger.

Bewohnerin Frau Geiler hilft beim Kochen im Wohnheim mit.
© Silberhoamat

Mitten in der Corona-Zeit fand Ende Oktober die Umsiedelung in den Zubau mit zwei Wohnbereichen für insgesamt 30 Personen und 20 Einheiten betreutes Wohnen statt. Auch ein Kindergarten wurde am Areal errichtet. Der Umzug war eine Herausforderung. Dass kurze Zeit später die ersten positiven Corona-Fälle aufkamen, habe laut Mair aber nichts damit zu tun. „Es hat sich schon vorher abgezeichnet und beim Übersiedeln hatten wir zwar Hilfe, aber alles mit dem nötigen Abstand und Schutzvorkehrungen“, erklärt er. Die Verläufe bei den Erkrankten seien alle sehr milde, auch was die betroffenen Mitarbeiter angehe.

Trotz einiger Ausfälle im Dienstplan klappe der Arbeitsablauf nach wie vor sehr gut. Bisher hatte Mair die Leitung von zwei Altenwohnheimen in Schwaz inne. Heuer im Jun­i kam es zum Entschluss, alle drei Häuser unter einem Dach bzw. einer Leitung zu vereinen. Das habe nicht nur administrative Vorteile, sondern solle auch ein Miteinander und Synergien schaffen. So entstand die so genannte Silberhoamat. „Auch die Mitarbeiter können so in verschiedene Bereiche oder Häuser schnuppern“, sagt Mair. Laut ihm musste bisher kein Leasing-Arbeiter eingestellt werden. „Im Gegenteil, wir haben immer recht viele Bewerber und beschäftigen derzeit knapp 220 Mitarbeiter“, sagt Mair. Zudem stehen Ausbauten sowie der Neubau in Weidach an – die Belegschaft werde weiter anwachsen.

TT-ePaper testen und eine von drei Gasser Tourenrodeln gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Die TT verlost drei Gasser Tourenrodeln und 50 Thermosflaschen

Zubau Wohnheim Knappenanger:

547 Tonnen verbauter Stahl: wiegt gleich viel wie 338 VW Golf.

152 Meter Balkone: Das ist die doppelte Länge des alten Glocken­turms der Schwazer Pfarrkirche.

329.700 Löcher auf 1050 m² Akustikdecke: So viele Löcher haben etwa 9,5 Tonnen Schweizer Käse.

4,5 Tonnen Weißtanne: 30 Babyelefanten wiegen auch so viel.

Woher der Andrang trotz Fachkräftemangel kommt? „Ich glaube, es sind die Rahmenbedingungen, die auf landespolitischer Seite bestimmt werden, die viele frustrieren. Das sorgt nicht für ein Gefühl der Wertschätzung. Doch genau die erfahren die Mitarbeiter bei uns im Haus sehr stark“, erklärt Mair. Ein Miteinander durch Aktivitäten, Fortbildung oder einfach ein Danke seien sehr wichtig. Laut Mair ist die Stimmung in der Silberhoamat gut: „Ich glaube, das hebt uns von anderen ab: dieser Zusammenhalt aller, das Zusammenspiel der drei Häuser und das Engagement, das Menschliche immer voranzustellen. Genauso wie die große Dankbarkeit, dass wir das alles so gut hinkriegen.“


Kommentieren


Schlagworte