Thiem lehrt die „Big Three“ bei den Finals das Fürchten

Acht der letzten elf Spiele gegen die Tennis-Stars Djokovic, Nadal und Federer gingen an Dominic Thiem, der morgen im London-Halbfinale spielt.

Österreichs Tennis-Star Dominic Thiem spielt heute sein drittes Gruppenspiel gegen Andrej Rublew (RUS), steht aber bereits im Halbfinale.
© AFP

Von Roman Stelzl

London – Drei Siege in drei Duellen mit Tennis-Legende Roger Federer, drei Erfolge in vier Partien gegen Superstar Rafael Nadal und zwei Triumphe in vier Spielen gegen Branchen-Primus Novak Djokovic – so sieht Dominic Thiems Bilanz seit 2019 gegen die drei erfolgreichsten Spieler der Tennis-Geschichte aus. Mit dem achten Erfolg im elften der jüngsten Spiel­e gegen die „Big Three“ am Dienstag (7:6, 7:6 gegen bei den ATP Finals) bewies der 27-jährige Niederösterreicher, dass er jetzt der Mann für die großen Matches ist.

Und da geriet sogar der US-Open-Champion ins Schwärmen. „Das ist eine richtig coole Bilanz. Jedes Match gegen die drei ist geil, jeder Sieg noch besser. Ich hoffe, dass ich noch viele Duelle mit ihnen haben werde“, meint­e Thiem gestern einen Tag nachdem er mit zwei Siegen sowie dem Erfolg von Stefanos Tsitsipas (GRE) vor dem heutigen letzten Gruppenspiel den Einzug ins Halb­finale geschafft hatte.

Das abschließende Duel­l mit dem Russen Andrej Rublew (15 Uhr, Sky) bekommt damit Exhibition-Charakter. Ein gutes Gefühl zu wissen, dass dem Vorjahres-Finalisten nur noch zwei Siege zum ersten Titel bei der inoffiziellen Tennis-WM fehlen. „Am Abend habe ich schon gehofft, dass Tsitsipas gewinnt. Jetzt habe ich ein einfacheres Match ohne Druck. Der volle Fokus liegt schon auf dem Halbfinale“, ergänzte der Weltranglisten-Dritte. Anders ist die Sache beim griechischen Titelverteidiger: Der 22-Jährige muss heute gegen Nadal gewinnen, um den Sprung unter die besten vier zu schaffen. Das Gleiche gilt für seinen spanischen Herausforderer, der im zehnten Antritt bei den ATP Finals noch immer seinem ersten Titel hier nachrennt.

"Ohne frische Luft laugt aus"

So oder so: Die Partien zum Saisonauskehr haben aufgrund der Corona-Pandemie im Gegensatz zum Vorjahr nichts von „Flasche leer“. Das unterstreicht auch Thiem: „Körperlich sind alle viel frischer und gesünder als die letzten Jahre zuvor nach der langen Pause in der Mitte der Saison.“ Einzig die frische Luft, die der 17-fache ATP-Turniersieger im Sommer vornehmlich in den österreichischen Alpen genoss, fehlt in der Bubble. „Den ganzen Tag nur zwischen Hotel und Anlage hin und her zu pendeln, ohne frische Luft, das laugt schon aus. Aber das Turnier ist richtig geil. Die Spiele hier sind wie ein Ritt auf der Rasierklinge, man darf keine leichten Fehler machen und keine Punkte herschenken.“

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Wer im Halbfinale am Samstag wartet, stellt sich erst morgen heraus. Der Deutsche Alexander Zverev gewann nach der Niederlag­e gegen Daniil Medwedew (RUS) gestern mit 6:3, 4:6, 6:3 gegen Dieg­o Schwartzman (ARG) und wahrte die Chance auf den Aufstieg. Ebenso wie Jürgen Melzer: Der Nieder­österreicher wehrte mit Édouard Roger-Vasselin (FRA) fünf Matchbälle ab, ehe die beiden Peers/Venus (AUS/NZL) 2:6, 7:6 (4), 12:10 besiegten.


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