Baubranche kritisiert Verfahren und Förderungs-Deckel

Den Ruf nach schnelleren Bauverfahren hat die Tiroler Baubranche immer wieder vernehmen lassen.

Viele Baufirmen sind mit ihrer Wirtschaftslage zufrieden. Für 2021 ist die Stimmung durchwachsen. (Symbolfoto)
© Oblasser

Wien – Den Ruf nach schnelleren Bauverfahren hat die Tiroler Baubranche immer wieder vernehmen lassen. In Corona-Zeiten sieht man erst recht dringenden Handlungsbedarf. „Gerade jetzt ist es besonders wichtig, dass geplante Projekte zeitnah realisiert werden können“, erklärt Bau-Innungsmeister und Wirtschaftskammer-Vize Anton Rieder.

Eine Umfrage unter 200 Bauunternehmen habe unter anderem ergeben, dass der Großteil die behördlichen Abwicklungen als langwierig, bürokratisch und projektverzögernd empfindet. „Digitale Verfahren könnten zu einer erheblichen Verbesserung des Systems führen“, so Rieder. 65 Prozent der Unternehmer würden sich beschleunigte und vereinfachte Behördenverfahren wünschen.

Generell sei das Stimmungsbild am Bau unterschiedlich. Trotz Corona seien 67 Prozent der Firmen mit der aktuellen wirtschaftlichen Situation zufrieden. Für das Jahr 2021 sei ein Drittel eher positiv, ein weiteres Drittel neutral und der Rest negativ gestimmt. „Diese Unsicherheiten gründen unter anderem darin, dass viele geplante Projekte nicht in Angriff genommen werden“, meint Rieder.

Kostenrahmen für Bauprojekte zu gering

37 Prozent seien der Ansicht, dass die Tiroler Gemeinden die finanzielle Unterstützung vom Bund bisher nicht ausreichend für Projekte einsetzen würden. Mehr als ein Viertel der Unternehmer beklagen zudem, dass aufgrund der Deckelung der Wohnbauförderung der Kostenrahmen für Bauprojekte zu gering ist. Aus diesem Grund könnten Hunderte Wohnungen nicht errichtet werden.

Rieder weist darauf hin, dass Sitzungen der Organe der Gemeinden auch im aktuellen Lockdown stattfinden dürfen. Trotz Ausgangsbeschränkungen könne zudem auch die Öffentlichkeit daran teilnehmen. Auch Bauverhandlungen seien weiterhin möglich, notfalls per Videokonferenz. (mas)


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