Geteiltes Schicksal, das berührt: Frauen der Kosakentragödie im Fokus

Eine virtuelle Ausstellung widmet sich erstmals den Frauen der Kosakentragödie.

Digitale Ausstellungsräume laden zum virtuellen Rundgang.
© Dolomitenbank

Von Christoph Blassnig

Lienz – Tausende Ausländer waren in der Peggetz gestrandet, damals, nach dem Kriegsende im Mai 1945. In dem Lager lebten „Soldaten, Zivilisten, Männer und Fraue­n, darunter viele Zwangsarbeiterinnen, Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Vertriebene“ wie in vielen anderen europäischen Regionen. So berichtet es eine Ausstellung unter dem Titel „Sie teilten ihr Schicksal. Die Frauen in der Kosakentragödie von Lien­z 1945“, die eigentlich in den Räumlichkeiten der Dolomitenbank hätte stattfinden sollen. Auf Grund der Corona-­Beschränkungen verlegten die Ausstellungsmacher um den Innsbrucker Archäologen und Bereichsleiter der Mittelalter- und Neuzeit­archäologie, Harald Stadler, die Rückschau in einen virtuellen Ausstellungsraum.

Zum Großteil waren es Kosaken, 25.000 an der Zahl, die auf der Flucht vor Tito-Partisanen und der Roten Armee über Italien kommend in Osttirol gestrandet waren. Sie gestalteten ihr Leben im Lager selbst: Es gab ein slowenisches Gymnasium, Werkstätten für die Erwachsenen, Konzerte, Ballett und eine Pfadfindergruppe. Die Hoffnung auf eine Auswanderung wurde vielfach enttäuscht und endete in der Kosakentragödie, für Tausende sogar tödlich. Erstmals widmet sich eine Ausstellung einzelnen Frauen, die im Kosakenlager in Lienz eine Heimat auf Zeit gefunden hatten. Anhand ihrer Lebenswege erinnert man an berührende Einzelschicksale und erzählt, wie die Überlebenden sich in Kanada, England oder Australien niederließen. Die virtuell­e Ausstellung findet sich in deutscher, italienischer, englischer oder russischer Sprache unter http://ausstellung.kosaken-lienz1945.com/2020/ Für ihre Umsetzung wurden Brigit Danthine, Gerald Hiebel, Philipp Lehar und Harald Stadler in Wien mit dem „Archaeolog­y and Cultural Heritage Poster Award“ ausgezeichnet.

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