Ärger über Ermunterung zum Schulbesuch durch Lehrer im Außerfern

Lehrerinnen einer Lechtaler Volksschule machen den Eltern Angebote, ihre Kids zumindest tageweise nach Schulstufen getrennt in die Schule zu schicken.

Lehrerinnen einer Lechtaler Volksschule bieten Eltern via WhatsApp-Nachricht eigene Betreuungstage für alle Schüler an.
© Helmut Mittermayr

Außerfern – In die Frage der Notwendigkeit der schulischen Betreuung im Lockdown ist ein ganzes Universum an Narrativen von fehlender Aufsicht und Überforderung von Eltern und Kindern durch Home-Schooling bis hin zu „die Kleinen locker weiter in die Schule schicken“, weil’s fein und erlaubt ist, hineingepackt. In Tannheim besuchen ja, wie berichtet, über 80 Prozent der Schüler und Schülerinnen weiter die Volksschule. Die erste und die zweite Klasse sind sogar vollzählig anwesend, weiß eine Tannheimer Mutter, deren Kind ebenfalls die Schule besucht, lakonisch: „Ich sehe kein Problem, es ist ja erlaubt. Wir haben keine Corona-Fälle an der Schule. Und falls doch etwas passiert, wird man schon reagieren.“ Die Erfahrungen des ersten Lockdowns mit totaler Überforderung hätten viele Eltern bewegt, die Kinder nicht zu Hause zu behalten, glaubt sie.

Mit einer vollkommen gegenteiligen Wahrnehmung hat sich eine Mutter aus dem Lechtal an die TT gewandt. Den starken Besuch der Volksschule Tannheim trotz Lockdown versteht sie überhaupt nicht. Sie behält ihr Kind zu Hause, „obwohl dies eine schwierige Zeit für uns alle ist. Aber wir müssen doch zusammenhelfen, wenn die Infiziertenzahlen zurückgehen sollen.“

Gar nicht hilfreich findet sie deshalb auch eine kursierende WhatsApp-Nachricht, in der Lehrerinnen einer Lechtaler Volksschule (siehe Faksimile) den Eltern Angebote machen, ihre Kids doch zumindest tageweise nach Schulstufen getrennt in die Schule zu schicken. Wer auch an anderen Tagen Betreuung benötige, solle sich melden, heißt es in dem Posting. Für die Lechtalerin ein No-Go. „Da wird den Eltern ja geradezu die Einladung serviert, die Kinder auch weiter in die Schule zu schicken.“ Dies sei auch keineswegs ein Einzelfall, wie sie in ihrem Bekanntenkreis aus anderen Orten erfahren haben will.

Der Außerferner Schulbehörde war der Aufruf nicht bekannt. Auch wenn er gut gemeint gewesen sei, würde er der Intention des Lockdowns widersprechen. (hm)

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