Im Schnitt 722 positive Testergebnisse pro Tag in Tirol

Appell des Landes: Gemeindebedienstete sollen bei der Kontaktnachverfolgung unterstützen. Hoffen, dass Fälle nächste Woche deutlich zurückgehen.

Die Tirol Kliniken haben am Freitag eine fünfte Abteilung für Intensivpatienten eingerichtet.
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Innsbruck – Es sind die Zeiträume, die es bei der Corona-Pandemie zu beachten gilt. Die täglichen Fallzahlen bei den Neuinfektionen sind lediglich Momentaufnahmen. Rückgänge wie Steigerungen müssen deshalb zurückhaltend bewertet werden. Aber was lässt sich nach dem Übergang vom leichten in den harten Lockdown in dieser Woche bisher sagen? Die Zahl der positiven Test­ergebnisse hat sich auf hohem Niveau stabilisiert, die deutlichen Ausreißer nach oben hat es in den vergangenen Tagen nicht gegeben.

In Österreich wurden am Freitag 6668 neue Infektionen gemeldet, in Tirol waren es 690. In der zu Ende gehenden Woche gab es im Land durchschnittlich 722 Neuinfektionen pro Tag, bei täglich rund 1600 durchgeführten Corona-Testungen. Der Reproduktionsfaktor, also wie viele weitere Personen von einem Infizierten angesteckt werden, sinkt derzeit. Trotz der nach wie vor zu hohen Infektionsraten wird das als vorsichtig positives Zeichen gewertet. Österreichweit ist die Reproduktionszahl auf 1,02 gesunken, gegenüber 1,21 eine Woche zuvor.

„Im Sinne einer gemeinsamen Kraftanstrengung ersuchen wir um Hilfe durch eure Gemeindebediensteten", sagt LR Johannes Tratter
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© Foto TT/Rudy De Moor

Die Entwicklung in den Spitälern und auf den Intensivstationen erfolgt stets zeitverzögert. 69 Patienten wurden gestern intensivmedizinisch betreut, insgesamt benötigen 446 Personen eine stationäre Behandlung in den Tiroler Spitälern. Zu Wochenbeginn waren es 408. Die Tirol Kliniken haben darauf mit der nächsten Stufe im Corona-Maßnahmenplan reagiert und eine fünfte intensivmedizinische Abteilung für Covid-Erkrankte eingerichtet. Damit kann die Anzahl der Intensivbetten um weitere sechs erhöht werden. 39 werden in den Tirol Kliniken derzeit benötigt.

„Die Zahlen haben sich derzeit insgesamt auf einem konstant hohen Niveau stabilisiert. Erste erkennbare Auswirkungen des harten Lockdowns sind voraussichtlich in der zweiten Hälfte der kommenden Woche zu erwarten“, schätzt Elmar Rizzoli vom Corona-Einsatzstab des Landes die derzeitige Entwicklung ein.

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Die Nachverfolgung der Kontaktpersonen der mit Corona infizierten Personen ist derzeit kaum noch schaffbar, die Bezirksverwaltungsbehörden können die Aufgabe kaum noch erfüllen. Deshalb richteten Land und Gemeindeverband am Freitag einen schriftlichen Appell an alle Bürgermeister, dass ihre Gemeindebediensteten die Gesundheitsbehörden beim ,Contact-Tracing‘ unterstützen sollen.

„Im Rahmen des Gemeinde-Vertragsbedienstetengesetzes ist es möglich, dass Mitarbeiter der Gemeinden an andere Behörden – auch die Bezirkshauptmannschaften – dienstzugewiesen werden. Die Gemeindebediensteten unterstützen in dieser Zeit beim ,Contact-Tracing‘ und helfen so mit, dieses wichtige System effizient zu halten“, betonten LH Günther Platter, Gemeindereferent LR Johannes Tratter und Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf. Deshalb bitten sie, in ihrer Verwaltung zu erheben, wer in welchem Ausmaß bereit wäre, die Bezirkshauptmannschaften zu unterstützen. (pn)


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