Testkauf klärte Geldschwund in Kassa eines Tiroler Geschäfts auf

Eine Kassiererin soll Verkäufe nicht boniert haben.
© APA

In eine Lebenstragödie hat sich eine 33-Jährige hineinmanövriert. Schon zweimal hatten die Beziehungen der Frau am Gericht geendet. Gestern musste die Frau jedoch nun vor den Strafrichter treten. Wirft ein großer Filialbetrieb der langjährigen Verkäuferin doch die Veruntreuung von 15.000 Euro vor. Der aufmerksamen Gebietsleiterin waren Ende des letzten Jahres immer schwächere Umsätze in der ohnehin recht ruhigen Filiale aufgefallen. Kundenfrequenz, Bestellungen und eben zuletzt die Bonierungen wurden erhoben. Und da fiel auf, dass die allein tätige Verkäuferin die Kasse 40- bis 50-mal aus unerklärlichen Gründen geöffnet hatte.

Niemand wollte der über neun Jahre tätigen Kraft aber etwas unterstellen und so schickte das Unternehmen einen Privatdetektiv als Testkäufer los. Das Ergebnis war laut Firmenchef erschütternd und erhellend zugleich: Die Verkäuferin hätte demnach teils kassiert, ohne zu bonieren. Dies soll sich bei einem zweiten Testkauf, zu dem die Gebietsleiterin allerdings gleich mit einer neuen Mitarbeiterin hinzugekommen war, wiederholt haben. Zum Zeitpunkt der Kontrolle waren schon wieder 28 Euro neben der eigentlichen Kasse gelegen. In der direkten Konfrontation zeigte sich die Mitarbeiterin auch gleich geständig. Über eineinhalb Jahre sei dies so laut Anwesenden gegangen. Der Chef: „Sie sagte, dass sie einen großen Fehler gemacht habe, aber dass ihr die Hände gebunden gewesen wären, da sie das Geld gebraucht hätte.“ Schon zuvor hatte Firmenanwalt Dieter Brandstätter hinterfragt, wie die 33-Jährige denn ihre Wohnung abzahle.

Diese widerrief gestern aber quasi ihr Eingeständnis. Einzig aus Verzweiflung, Angst vor dem Gericht und wegen Drohungen mit dem Gefängnis habe sie es einst abgegeben. Die Fehlbeträge wären unvermeidlich, da es bei ihrer Ex-Firma mit Trinkgeld und Aktionen niemals einen richtig bonierten Kassenstand geben könne. Ausgerechnet der Privatdetektiv ließ den gestrigen Prozess durch sein Nichterscheinen platzen. Der Chef: „Er ist doch sonst so verlässlich!“ Der fristlos Entlassenen drohen nun bis zu drei Jahre Haft. Es gilt die Unschuldsvermutung.

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Der Umgang mit seiner Frau brachte einem 38-Jährigen nicht nur Untersuchungshaft, sondern auch eine Anklage wegen Körperverletzung, gefährlicher Drohung und schwerer Nötigung ein. Die Übergriffe des Amtsbekannten riefen auch die Polizei auf den Plan. Laut Anklage äußerten sie sich in ausgerissenen Haarbüscheln bis hin zu per Küchenmesser unterstrichenen Drohungen. Auch die Treppe war die Frau hinuntergestoßen worden. Am Landesgericht fiel die Rechnung für den Türken hoch aus: Ein Jahr Gefängnis erging nicht rechtskräftig. Mit „Danke“ verabschiedete er sich von Richterin Verena Offer. (fell)


Schlagworte