Dritte Bezirkshauptfrau dürfte bestellt werden

Der Slogan „Tirol Haltet Zsamm“ erhält in der Tiroler Landesverwaltung eine völlig neue Bedeutung: Auch die Ehefrau des Personalchefs erhielt einen Landesjob.

Im Landhaus rumort es, die Beamtenschaft wundert sich nur noch.
© Rachlé / TT

Die Landesverwaltung ist so etwas wie das Gesicht der Behörden in Tirol: Und es dürfte wieder ein Stück weiblicher werden. Nach Katharina Rumpf im Außerfern und Olga Reisner in Osttirol wird die schwarz-grüne Landesregierung demnächst wohl eine dritte Bezirkshauptfrau bestellen. Und zwar in Imst. Dort ging in der Vorwoche Raimund Waldner in Pension, die neue Behördenleiterin soll selbst aus den Reihen der Bezirksverwaltung kommen, heißt es. In Landeck könnte im kommenden Jahr ebenfalls eine personelle Veränderung anstehen, Bezirkshauptmann Markus Maaß spekuliert offenbar ebenfalls mit dem Ruhestand.

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Insgesamt ist die Stimmung in der Beamtenschaft im Land aber nicht sonderlich gut. Hinter vorgehaltener Hand gibt es Kritik an den Besetzungen und dem Einfluss der Regierungsbüros. Große Skepsis schlägt auch dem neuen Personalchef Stephan Wiener entgegen. Nach einem kurzen Gastspiel im Büro von Landeshauptmann Günther Platter (VP) avancierte Wiener im Juli zum Leiter der Personalabteilung. Schon davor machte sich Wiener als atemberaubender Job-Hopper auf dem türkisen Politparkett in Wien einen Namen. Jetzt hat überraschenderweise auch seine Ehefrau in der Tiroler Landesverwaltung angedockt, natürlich als Bestgereihte für einen Posten in der Abteilung Landwirtschaftliches Schulwesen und Landwirtschaftsrecht. Für langgediente Beamte erhält dadurch der in der Corona-Krise geprägte Slogan von Günther Platter „Tirol Haltet Zsamm“ einen besonderen politischen Beigeschmack. Für das Personal in der Verwaltung ist nämlich der Landeshauptmann höchstpersönlich in der Landesregierung politisch zuständig.

Was ebenfalls für Ärger sorgt: Postenbesetzungen in der Landesverwaltung und in Landesunternehmen erfolgen häufig volley aus den Regierungsbüros heraus.

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Änderungen gibt es in Aufsichtsräten. Im Verkehrsverbund Tirol feiert die Grande Dame der Grünen, Eva Lichtenberger, ein Comeback. Die Grünen entsenden sie in das Kontrollgremium.

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In der Flüchtlingsgesellschaft Tiroler Soziale Dienste wird in den nächsten Tagen eine kaufmännische Geschäftsführung präsentiert, vieles deutet dort auf eine Frau hin. Die Ausschreibung für die neue Gesundheitsdirektion und das Krisenmanagementzentrum sind hingegen erst angelaufen. (pn)


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