Heimischer Buchhandel ehrt A.L. Kennedy per Online-Matinee

Zum Abschluss der diesmal online durchgeführten Europäischen Literaturtage wurde im Rahmen einer literarisch-musikalischen Matinee am Sonntagvormittag der mit 10.000 Euro dotierte Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln an die Schriftstellerin A. L. Kennedy verliehen - per Live-Schaltung aus Krems. Die Auszeichnung wird seit 1990 vergeben, zuletzt an Elif Shafak, Ilija Trojanow und Francesca Melandri.

A. L. Kennedy, geboren als Alison Louise Kennedy 1965 in Dundee (Schottland) wurde bereits mit ihrem ersten Roman „Einladung zum Tanz“ (2001) bekannt. Sie wurde mit zahlreichen wichtigen Literaturpreisen ausgezeichnet. Kennedy lebt seit 2012 in London und unterrichtet kreatives Schreiben an der University of Warwick. Sie war eine scharfe Kritikerin der britischen Beteiligung am Irak-Krieg unter Premierminister Tony Blair. Zuletzt auf Deutsch erschien 2018 „Süßer Ernst“. Seit Anfang 2020 schreibt sie eine wöchentliche Kolumne über ihre Sicht auf den Brexit für die „Süddeutsche Zeitung“.

Zugespielt wurden Grußbotschaften des Kremser Bürgermeisters Reinhard Resch (SPÖ) („Ohne Kunst und Kultur wären wir nicht nur still, sondern auch blind“), von Kultur-Staatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) („Trotz aller Widrigkeiten haben die Literaturtage den Faden wieder aufgenommen“) und vom niederösterreichischen ÖVP-Landesrat Martin Eichtinger („Unser Schatz ist die Vielfalt der Kulturen und Sprachen“). Aus München kam die Laudatio der Journalistin Sonja Zekri in Form einer kritischen Würdigung. Kennedy erkenne jeweilige Verhältnisse mit dem Instinkt eines Lawinenhundes, so Zekri. Für ebenfalls eingebaute jazzige Intermezzi sorgte das Trio Mario Rom“s Interzone mit Mario Rom (Trompete), Lukas Kranzelbinder (Bass) und Herbert Pirker (Drums).

Aus dem Klangraum Krems Minoritenkirche gratulierten Walter Grond, Leiter der Europäischen Literaturtage, und Benedikt Föger, Präsident des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels. Fögers Statement, Kultur sei kein Luxus, sondern begründe die Identität einer Gesellschaft, wurde von Kennedy im folgenden Bildschirm-Gespräch mit Moderatorin Rosie Goldsmith bekräftigt. Den Begriff der Toleranz kommentierte Kennedy mit Vorbehalt: Toleranz sei zu wenig, man sollte einander vielmehr lieben. Denn auch Hass komme immer zurück, und der wirke zerstörerisch. In diesem Sinne war auch der Text gehalten, den die Preisträgerin abschließend las: ein hoffnungsvoller Ausblick auf die Post-Covid-Zeit.

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