„Ausweichquartier“ in Jenbach für Corona-positive Obdachlose angemietet

In einem von den Tiroler Sozialen Diensten angemieteten ehemaligen Hotelgebäude (Hotel Toleranz) in Jenbach sollen „vulnerable“ Sozialgruppen mit Absonderungsbescheid künftig untergebracht werden.

Wohin soll ein Obdachloser mit einem Absonderungsbescheid? Das Land ist in Jenbach fündig geworden.
© Hammerle

Innsbruck – Zumindest kurzfristig waren im Alphotel in Innsbruck auch Obdachlose untergebracht. Eben solche, die entweder positiv auf den Coronavirus getestet oder als K1-Personen eingestuft waren. Das Alphotel ist vom Land als „Safe House“ eingerichtet worden, die TT berichtete. Dort sollen Personen mit aufrechtem Absonderungsbescheid bis zum Ende ihrer Corona-Quarantäne beherbergt werden. Angedacht wurde das hauptsächlich für gestrandete Touristen und Hotelmitarbeiter. Aber eben auch für sonstige, die aufgrund ihrer Wohnverhältnisse einer Absonderung nur schwer (straflos) nachkommen können. So auch Obdachlose. Denn der weitere Verbleib auf der Straße, in einer Notschlafstelle oder auch Einrichtungen des betreuten Wohnens ist dann nicht mehr möglich. Nur Personen mit schweren Symptomen können im Krankenhaus aufgenommen werden.

Platz für bis zu 50 Personen

Doch das Alphotel ist für die Beherbergung von Personen mit einem gewissen Grad an Betreuungsbedarf nicht und folglich auch für Obdachlose nur suboptimal geeignet. Das wird auch aus dem Büro von Landeshauptmann Günther Platter (VP) bestätigt. Ebenso, dass man deshalb an einer alternativen Lösung gearbeitet habe. Selbige soll heute in der Sitzung der Landesregierung beschlossen werden.

Folglich ist man mit einem „Ausweichquartier für vulnerable Gruppen aus dem Sozialbereich“ in Jenbach fündig geworden. Dort befindet sich in Bahnhofsnähe ein Beherbergungsbetrieb (das ehemalige Hotel-Toleranz-Gebäude), welchen die Tiroler Sozialen Dienste (TSD) bereits angemietet haben. Bis zu 50 Personen können hier – verteilt auf 15 Zimmer – untergebracht und versorgt werden. Teils auch über Sanitär- und Küchencontainer am Parkplatz vor dem Gebäude.

Künftig wird in solchen Fällen bei Vorliegen eines Absonderungsbescheides über die TSD abgeklärt, ob eine Unterbringung im Alphotel möglich oder doch ein erhöhter Betreuungsbedarf gegeben ist. Ist dies der Fall, wird der Betroffene – das Einverständnis vorausgesetzt – per Krankentransport des Roten Kreuzes nach Jenbach gebracht und Versorgung sowie Betreuung organisiert. Am Ende der Quarantänezeit soll ein Abschlussgespräch zusammen mit der Gesundheitsbehörde erfolgen. Im Anschluss erfolgt der Rücktransport nach Innsbruck.

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Das Land geht von Kosten in der Höhe von rund 4000 Euro pro Monat aus. Das Projekt ist auf sechs Monate angelegt. Ob es bei den Betroffenen aber auch Anklang findet, ist freilich eine ganz andere Frage. (mami)

Platzproblem: Land teilt Tracing-Team auf

Die Unterbringung des Epidemiologischen Einsatzteams des Landes für die Kontaktpersonen-Nachverfolgung erfolgt seit 1. September im Alphotel in Innsbruck, die TT berichtete. Dies ist gleichzeitig ein „Safe House“ zur Unterbringung von Personen mit Absonderungsbescheid, jedoch ohne Wohnsitz in Tirol bzw. Möglichkeit zur wohnlichen Absonderung.

Wie jetzt das Land bestätigt, musste in der vergangenen Woche das Tracing-Team gesplittet werden. Ein Teil sitzt weiter im Alp-
hotel und ist dort für die reine Datenverarbeitung zuständig. Ein anderer Teil wurde auf das Messeareal ausgesiedelt. Dieses Team ist für das reine Tracing positiv Getesteter zuständig. Der Grund: Man habe das Tracing personell aufstocken müssen und so sei es zu einem Platzproblem gekommen.


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