Kurzes Vergnügen: Behörde sperrt Snowfarming-Loipe in Leutasch

Nach nur drei Tagen im Betrieb stellt die BH diesen ein, weil sie die Loipe als „Sportstätte“ wertet. Der TVB möchte das so nicht hinnehmen.

Die aus Kunstschnee hergestellt Loipe in Leutasch wurde behördlich gesperrt.
© TVB Olymiaregion Seefeld

Von Denise Daum

Leutasch – Auf die Langlaufloipe in Leutasch, die der TVB Seefeld aus konserviertem und künstlichem Schnee herstellt, war am Wochenende ein regelrechter Run. Dass es trotzdem zu keinem Massenauflauf kam, lag an dem vom TVB im Vorfeld entwickelten ausgeklügelten Zugangsmanagement. Die Sportler mussten sich im Internet anmelden und bekamen ein Zeitfenster von zwei Stunden zugewiesen. Nach 100 Langläufern war Schluss. Securitys überwachten zusätzlich, dass die Abstandsregeln eingehalten wurden. Die Freizeitsportler freuten sich, die Langlaufsaison trotz Lockdowns eröffnen zu können, und zeigten sich angetan vom Engagement des TVB.

Walser will Umdenken bewirken

Doch genau das scheint den Verantwortlichen zum Verhängnis geworden zu sein. Die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck-Land veranlasste am Sonntagnachmittag die Schließung der Snowfarming-Loipe mit dem Argument, dass es sich dabei um eine Sportstätte handle. Und diese dürfen bekanntlich gemäß der Covid-19-Schutzmaßnahmenverordnung nicht betreten werden. Der TVB ließ Montagfrüh alle aufgebauten Zugangssysteme wieder entfernen – die 1,4 Kilometer lange Loipe ist damit nicht mehr offiziell geöffnet.

„Ein Grund, warum die Loipe als vermeintliche Sportstätte eingestuft wurde, ist unser Präventivkonzept.“ – Elias Walser (TVB-Chef)
© Olympiaregion Seefeld

TVB-Geschäftsführer Elias Walser zeigt im Gespräch mit der TT zwar Verständnis, dass „eine gewisse Nervosität herrscht und die Behörden ganz genau hinschauen“. Gleichzeitig verweist er darauf, dass Langlaufen ein Individualsport sei und der TVB umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen getroffen habe. „Ein Grund, warum die Loipe als vermeintliche Sportstätte eingestuft wurde, ist wohl unser ausgearbeitetes Präventivkonzept“, sagt Walser. Eine paradoxe Situation. Deshalb sucht der TVB-Geschäftsführer auch nochmals das Gespräch mit den Behörden, um ein Umdenken zu bewirken.

FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger ortet angesichts der Loipen-Schließung „Behördenübereifer“ und fordert eine juristische Untersuchung. „Wenn diese Vorgehensweise gesetzlich gedeckt wäre – dann müsste jeder Wanderweg geschlossen werden und zur Sportstätte erklärt werden“, sagt Abwerz­ger und wiederholt seinen Vorwurf, dass die „Verordnungen des Gesundheitsministeriums massive Lücken aufweisen“.


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