Debatte um neuen Standort: Reither Feuerwehr fühlt sich umfahren

In Reith i. A. soll ein neues Feuerwehrhaus gebaut werden. Nur die Florianijünger wollen nicht auf den vorgesehenen Standort an der Umfahrungsstraße. Die Gemeinderatsopposition kritisiert die plötzliche Eile.

Das Feuerwehrhaus in Reith i. A. ist in die Jahre gekommen, über den neuen Standort wird diskutiert.
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Von Wolfgang Otter

Reith i. A. – Es ist gewissermaßen der kleinste gemeinsame Nenner: Reith i. Alpbachtal braucht ein neues Feuerwehr-Gerätehaus. Darüber sind sich Florianijünger, Gemeindeführung und Opposition einig. Immerhin wird seit Jahren diskutiert und verhandelt, sogar drei Studien wurden erstellt. Das Problem brennt auch tatsächlich unter den Nägeln. Das derzeitige Haus wurde 1976 eröffnet, der Zahn der Zeit hat also bereits ordentlich genagt.

Jetzt soll es eine Entscheidung geben. Das Ergebnis der langjährigen Lösungsfindung schreckt aber die knapp 100 aktiven Feuerwehrmänner und auch die Opposition im Gemeinderat auf. Ausgerechnet jener Standort, der aus feuerwehrtechnischer Sicht der schlechteste sei, soll nämlich am Donnerstag bei der Gemeinderatssitzung beschlossen werden.

Nach den Plänen der Bürgermeisterliste von Hans Thaler wird das Feuerwehrhaus für die fünf Einsatzfahrzeuge im Bereich der Umfahrungsstraße, nach dem Tunnel, stehen. Für Feuerwehrkommandant Matthias Gschösser wäre das eine glatte Fehlentscheidung. „Es gibt ein Grundstück in der Nähe des Dorfzentrums, bei der Tennisanlage, da wäre der ideale Platz. Hier wohnen im Umkreis die meisten aktiven Feuerwehrmänner“, erinnert Gschösser an die Einsatzzeit. Er sieht im derzeit favorisierten Standort an der Umfahrungsstraße auch ein brandgefährliches Problem bei der Anfahrt für die Ehrenamtlichen, da man die vielbefahrene Landesstraße überqueren müsse. Wobei sich die Helfer nach Gschössers Worten auch „als Kompromiss“ für einen Neubau am derzeitigen Standort ausgesprochen haben. Angeblich laut Studien die zweitbeste Lösung.

„Es heißt überall, dass die Feuerwehr aus dem Ortszentrum hinausmuss“, kontert Bürgermeister Hans Thaler. Der Kauf des Areals rund um den Tennisplatz habe sich zerschlagen, das Grundstück an der Umfahrungsstraße erhalte man nun zu einem günstigen Preis. Aber nicht nur das Geld sei entscheidend. Mit dem FF-Haus und einem angeschlossenen Sozialzentrum für Fachärzte soll der Auftakt für ein Gewerbegebiet gemacht werden. Dass sei auch mit dem Land so vereinbart, sagt Thaler.

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Bei der Opposition stoßen die Überlegungen auf Ablehnung, auch über die Eile des Beschlusses, wie Gemeindevorstand Andreas Oblasser (Miteinander für Reith) kritisiert. „Warum wird eine solche Sitzung im Lockdown anberaumt und das auch noch im Gemeindeamt und nicht in der Schule? Sind Zuhörer nicht erwünscht? Haben wir eine solche Dringlichkeit für diesen Punkt?“, fragt sich Oblasser. Auch die restliche Tagesordnung rechtfertige keine Eile. Er erinnert daran, dass „2009 bereits der Grund neben dem jetzigen FF-Haus für die Erweiterung angekauft wurde, der Kredit über 400.000 Euro läuft erst 2022 aus. Jetzt kaufen wir schon wieder ein Grundstück.“ Oblasser verweist auch auf die Feuerwehr, die sich gegen den Standort an der Umfahrungsstraße ausgesprochen habe. „In der letzten Sitzung wurde ein Langes und Breites über die Zukunftsaussichten vorgetragen und wie schwierig die nächste Zeit mit den wirtschaftlichen Aussichten für die Gemeinde ausschaut – eine Budgetsperre, zumindest jede Ausgabe wird gesondert kontrolliert, für alle Bereiche wurde angekündigt – und jetzt geht’s auf einmal?“


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