Notquartier für stachelige Gäste in Vorderhornbach

Monika Larcher hat ein Herz für Tiere. Elf Igel werden heuer bei ihr überwintern.

Während einige schon schlafen, futtern sich andere noch Winterspeck an.
© Larcher

Von Simone Tschol

Vorderhornbach – Igel sind Wildtiere und kommen daher in der Regel sehr gut alleine zurecht – auch im Winter. Sie fressen sich im Herbst ein Polster an und suchen sich dann einen Platz, an dem sie ihren Winterschlaf halten können. Manchmal jedoch geraten die stacheligen Gesellen in Not. Dann ist sie zur Stelle: Monika Larcher aus Vorderhornbach. Sie hat ein Herz für Tiere und hat schon so manches verletzte oder schwache Geschöpf aufgepäppelt – vom Wildvogel übers Eichhörnchen bis hin zum Wildhasen. „Mir tun die Tiere einfach leid“, beschreibt Larcher ihre Beweggründe. Gerade die Rettung von Wildvögeln sei mit großem Aufwand verbunden, die enge Zusammenarbeit mit dem Alpenzoo daher von unschätzbarem Wert.

Monika Larcher bietet den Igeln ein Winterquartier.
© Larcher

Eine Tierart hat es ihr besonders angetan – der Igel. Seit vier Jahren bietet sie den stacheligen Gesellen, die es alleine nicht über den Winter schaffen würden, Unterschlupf. „Das spricht sich in so einem kleinen Dorf natürlich rasch herum. Immer wenn jetzt was ist, ruft man mich an“, lacht Larcher und fügt hinzu: „Heuer habe ich elf Igel, die in unserem Pferdestall überwintern.“ Während die großen Tiere (sie wiegen zwischen 700 und 800 Gramm) bereits im Winterschlaf sind, füllen die zarteren noch ihre Energiereserven auf. Ohne Hilfe wären sie dem Tode geweiht. „Der kleinste Igel hatte, als man ihn gefunden hat, gerade einmal 70 Gramm. Als Faustregel gilt: 500 Gramm brauchen sie, dass sie überleben“, erklärt Larcher, die sich das Wissen um die kleinen Säugetiere über das Internet und bei Experten in Tierauffangstationen angeeignet hat.

Als erstes Igel-Winterquartier diente die Werkstatt im Keller. „Mittlerweile haben wir zwei Käfige im Pferdestall. Dort finden die Tiere Stroh und Heu, wo sie sich verkriechen können. Falls sie zu früh aus dem Winterschlaf erwachen, finden sie dort auch stets Trockenfutter und Wasser. Aber an und für sich machen sie bis Ende April oder Mitte Mai eigentlich keine Arbeit.“

Im Frühjahr werden die Tiere dann wieder in die Natur entlassen. „Das ist unkompliziert. Die kann man einfach laufen lassen. Man würde es unterschätzen, aber Igel laufen in einer Nacht Strecken von bis zu drei Kilometern“, sagt Larcher. Die Tiere werden aber nicht nur in ihrer Heimatgemeinde Vorderhornbach, sondern einige sogar auf Wunsch in Nachbargemeinden entlassen.

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