Studenten-Wohnraum in Innsbruck: Zeitplan „ambitioniert“

Land und Stadt haben sich auf sechs Projekte geeinigt. Fördervolumen des Landes wird ausgeschöpft. Neue Heimat plant Bau im Pradler Saggen (rd. 8 Mio. €) bereits um.

Ein derartiger Turm aus dem Siegerprojekt soll nun für Studenten eine Heimat werden.
© Böhm; Visualisierung: Boday

Innsbruck – Nägel mit Köpfen machen. Das war das Motto der nunmehr bereits dritten Arbeitssitzung am Montag zwischen Land und Stadt zur Schaffung von mehr studentischem Wohnraum in der Landeshauptstadt. Wohnbaulandesrätin Beate Palfrader (VP) hatte von Bürgermeister Georg Willi (Grüne) konkrete und zeitnah umsetzungsplausible Standortvorschläge eingefordert, nachdem das Land bereits vor geraumer Zeit 50 Mio. € an Fördersumme im Budget reserviert hatte.

Wie sowohl Willi als auch Palfrader im Anschluss bestätigten, habe man sich dem Grunde nach auf insgesamt sechs Standorte geeinigt. In Summe sollen diese an die 1000 neue Wohnplätze für Studenten bringen und somit den ange- und teils überspannten privaten Wohnungsmarkt entlasten helfen. Die versprochenen Landesmillionen wären bei Umsetzung all dieser Projekte ausgeschöpft, heißt es.

In der Priorisierung liegen jeweils ein Projekt der stadteigenen Immobiliengesellschaft IIG (Schlachthofblock) sowie eines des gemeinnützigen Bauträgers Neue Heimat (NHT) voran. Beide sollen, so heißt es von Seiten der Stadt, bis 2022 umgesetzt sein. Das geht freilich nicht, ohne dass hierfür nicht bereits auf vorhandene Planungen und umsetzungsreife Projekte zurückgegriffen wird.

Das ist auch bei der NHT der Fall, wie Geschäftsführer Hannes Gschwentner der TT bestätigt. Im Falle des Pradler Saggens (alte Südtiroler Siedlungen) wird kurzerhand ein bereits im Zuge eines 2015 abgehaltenen Architekturwettbewerbs gekürtes Siegerprojekt modifiziert. So wird ein für die dritte Baustufe vorgesehener Turm nunmehr für studentisches Wohnen umgeplant. In gut 40 Einheiten sollen rund 100 Studenten Platz finden. Für eine Monatsmiete von rund 320 Euro pro Platz. Die Stadt hat eine Obergrenze von 400 Euro gefordert.

Die zeitliche Vorgabe hält Gschwentner indes für „sehr ambitioniert“. Der Baustart sei für Frühjahr geplant, eine Fertigstellung sei „um den Jahreswechsel 2022/23“ im Bereich des Möglichen. Die NHT, so Gschwentner, hat weitere fünf Projekte vorgelegt – eines in der Andechsstraße wurde in die Prioritätenliste aufgenommen.

Im Schlachthofblock soll die IIG indes an die 75 WG-ähnliche Wohneinheiten unterbringen. Noch völlig unklar ist, wie groß ein Studenten-Campus in der Reichenau (Sandwirt-Areal) werden soll. Offenkundig gehen im Magistrat die Meinungen hinsichtlich der Verträglichkeit (250–500 Plätze) noch auseinander. Die IIG war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. (mami)


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